Freie Office-Suite: OpenOffice.org 3 ist da

13. Oktober 2008, 10:26
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Neue Generation der Open Source Software mit zahlreichen Verbesserungen - PDF-Import und Calc-Solver, erstmals Mac OS X-Unterstützung

Mehrmals musste man die Veröffentlichung in letzter Minute absagen und weitere Testversionen einschieben, nun ist es aber so weit: Nach insgesamt vier Release Candidates hat das OpenOffice.org-Projekt die neue Generation seiner freien Office-Suite nun offiziell zum Download freigegeben.

Neues

Mit einer Reihe von Verbesserungen will man künftig neue NutzerInnen gewinnen. So ist OpenOffice.org 3 vor allem für die BenutzerInnen von Mac OS X ein echter Meilenstein, erstmals wird das Apple-Betriebssystem nun offiziell unterstützt.

Mac

Dem vorangegangen war ein langwieriger Portierungsprozess, zwar konnte OpenOffice.org schon in der Vergangenheit unter Mac OS X eingesetzt werden, allerdings war dafür der von zahlreichen Unix-Varianten bekannte X-Server vonnöten. Mit der jetzigen Release fällt diese Einschränkung, die aktuelle Version setzt auf ein vollkommen natives Aqua-Interface. Auch mit anderen Details des Betriebssystem - wie dem Dateiauswahldialog oder der Druckfunktion - hat man sich integriert.

Format

Weitere Verbesserungen gab es an der Unterstützung von Dateiformaten: So ist das freie OpenDocument - immerhin das Default-Format von OpenOffice.org - nun bereits in der Version 1.2 der zugehörigen Spezifikation implementiert. Dadurch gibt es nun eine eigene Formelsprache oder auch ein Metadatenmodell auf Basis von RDF und OWL. Alternativ dazu kann man jetzt aber auch aktuelle Dateien von Microsoft Office öffnen, die freie Office-Suite hat gelernt mit Office OpenXML umzugehen.

Start

Zu den weiteren Neuerungen gehört ein eigenes Startcenter über das die einzelnen Anwendungen gezielt gestartet werden können. In der Textverarbeitungskomponente Writer können nun mehrere Seiten direkt nebeneinander angezeigt werden, um den Überblick zu verbessern, auch die Notizfunktion wurde unter einem ähnlichen Gesichtspunkt überarbeitet: Notizen werden nun in einer eigenen Spalte neben dem eigentlichen Dokument angezeigt, unterschiedlichen AutorInnen werden dabei spezifische Farben zugeordnet.

Optimierung

Bei der Tabellenkalkulation Calc gibt es nun einen neuen Solver, der sich um lineare Optimierungsaufgaben kümmert. Zusätzlich können Tabellen nun von mehreren BenutzerInnen gleichzeitig bearbeitet werden, auch wurde die Begrenzung von maximal 256 Spalten auf 1.024 angehoben.

PDF

Über eine Erweiterung hat man den Import von PDF-Dokumenten integriert, diese können anschließend in der Grafik-Komponente Draw weiterverarbeitet werden. Damit einher geht auch eine weitere Neuerung: OpenOffice.org kann beim PDF-Export Hybrid-Dokument aus PDF und OpenDocument erstellen, so können diese dann von jenen, die das freie Office verwenden, weiterbearbeitet werden, alle anderen können zumindest das PDF betrachten.

Download

Einen Überblick über alle Neuerungen bietet unsere ausführliche Ansichtssache, die offiziellen Release Notes bieten ebenfalls weitere Informationen. OpenOffice.org 3.0 kann kostenlos in Versionen Windows, Linux (erstmals in 32- und 64-Bit-Ausführung), Mac OS X und Solaris von der Download-Seite des Projekts heruntergeladen werden, dabei stehen zahlreiche Sprachversionen zur Auswahl, eine deutschsprachige gibt es wie gewohnt auf de.openoffice.org. Verfügbar sind die Dateien größtenteils bereits seit Freitag, die offizielle Ankündigung soll in Kürze erfolgen. Die Veröffentlichung erfolgt zeitgerecht zum achten Geburtstag des Projekts, der am Abend in Paris ausgiebig gefeiert werden soll. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 13.10.2008)

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    screenshot: andreas proschofsky
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