Licht für den Geistesblitz

10. Oktober 2008, 12:33
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Düsteres Kellerbüro oder grelles Neonlicht haben ausgedient: Experten der AK Wien klären Arbeitnehmer über ihr Recht auf gutes Licht auf

Ein düster Arbeitsplatz oder grelles Kunstlicht: Das kann die Qualität der Arbeit und sogar die Gesundheit gefährden. Alexander Heider und Harald Bruckner von der Abteilung Sicherheit, Gesundheit und Arbeit der Arbeiterkammer Wien informieren über die Rechte der Arbeitnehmer auf gutes Licht.

Grundsätzlich müssen Arbeitsräume natürlich belichtet werden und eine Sichtverbindung mit dem Freien aufweisen. Ausnahmen sind möglich, wie zum Beispiel bei der Arbeit in Fotolabors oder im Kinosaal. Zusätzlich müssen die Räume angemessen künstlich beleuchtet werden.

Lichtfarben nicht mischen

Doch nur eine Glühbirne anzubringen, reicht oft nicht. In Büros und Arbeitsstätten sind Lichttechniker gefragt. "Unterschiede in Dichte und Farbe des Lichts, Flimmern oder stroboskopische Effekte sollten laut Arbeitsstättenverordnung (AStV) vermieden werden. Daher ist die Lichttechnik in Großraumbüros besonders gefordert", sagt Haider. Die Experten empfehlen bestimmte Lichtfarben: "Neutral weiß oder Weiß de luxe. Tageslichtlampen werden meist als zu hell empfunden und sollten nicht verwendet werden."

Bildschirm nicht vergessen

Die Beleuchtung muss so dimensioniert und angeordnet sein, dass ein ausgewogener Kontrast zwischen Bildschirmgerät und Arbeitsumgebung entsteht. "Eine optimale Beleuchtung des Bildschirmarbeitsplatzes reduziert die Augenbelastung und steigert das Wohlbefinden bei der Arbeit", sagt Haider. An Bildschirmarbeitsplätzen soll die Beleuchtungsstärke zwischen 300 und 500 Lux betragen. Durch richtige Beleuchtung und die Aufstellung des Bildschirmgerätes (Blickrichtung parallel zur Fensterfront) können Spiegelungen und Blendungen verhindert werden.

"Die Allgemeinbeleuchtung muss laut AStV im ganzen Raum, 85 Zentimeter über dem Boden, mindestens 100 Lux erreichen. Entsprechend der jeweiligen Sehaufgabe ist bei manchen Arbeitsplätzen eine stärkere Beleuchtung erforderlich", sagt Haider. Büroräume mit großer Raumtiefe oder Abendbetrieb benötigen mindestens 500 Lux, Technische Zeichner 750 Lux und Optiker und Uhrmacherwerkstätten 1500 Lux.

Sauberkeit zahlt sich aus

Manchmal ist es ganz einfach und billig, besseres Licht im Büro zu erzielen: Es muss nur gut geputzt werden. Häufig kommt es zu Energieverschwendung durch verschmutzte und verstaubte Leuchtstoffröhren oder Glühlampen. Zu wenig Licht bei der Arbeit belastet enorm und kann Ursache für leicht vermeidbare Arbeitsunfälle sein. (red, derStandard.at, Oktober 2008)

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