MySQL: Gründer verlassen Sun

10. Oktober 2008, 11:08
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Nach Michael Widenius entscheidet sich nun auch David Axmark für Abgang - Sun-Aktienkurs im Dauer-Sinkflug

Seit der Übernahme durch Sun waren immer wieder Zweifel über die weitere Zukunft der freien Datenbank MySQL aufgekommen: Die neue Version der Software befindet sich mittlerweile bereits seit über einem Jahr im "Release Candidate"-Status, ein Zustand, der eigentlich den letzten Schritt vor einer Veröffentlichung darstellen sollte.

Drizzle

Außerdem hat man vor einigen Monaten mit Drizzle einen Fork von MySQL gestartet, aus dem eine leichtgewichtige Datenbanklösung entstehen soll, die speziell auf die Anforderungen von Web-Anwendungen ausgerichtet ist. Was das für die Zukunft für MySQL selbst bedeutet, hat man bislang offen gelassen.

Abgänge

In dieses Situation kommen nun Berichte über Personalveränderungen, die wohl kaum dazu geeignet sind, das Vertrauen in das Unternehmen zu stärken: Nachdem bereits vor einigen Wochen berichtet wurde, dass der ursprüngliche Hauptautor von MySQL, Michael Widenius, gekündigt hat, bestätigt Sun nun auch den Abgang von MySQL-Mitgründer David Axmark.

Finanzen

All dies zu einem Zeitpunkt, in dem hinter der weiteren Zukunft von Sun zahlreiche Fragezeichen stehen. So merkt etwa die New York Times an, dass Sun in Kürze theoretisch die eigenen Aktien aufkaufen könnte. Denn die Rücklagen von 3,5 Milliarden US-Dollar sind nur mehr knapp über dem Aktienwert von derzeit 3,9 Milliarden US-Dollar.

Aktien

Dies allerdings nicht, weil man so tolle Zahlen liefert, sondern ganz im Gegenteil: Der Sinkflug des Aktienkurses hält seit langem ungebremst an. Zum Vergleich: Am Höhepunkt des Dot.Com-Booms im September 2000 notierte Sun bei 257,24 US-Dollar, aktuell ist man bei 5,21 US-Dollar angekommen, wer sich die Aktien über all die Zeit behalten hat, hat also 98 Prozent an Wert verloren.

Umbau

Dazu kommen immer wieder Gerüchte über größere Umbauten bei dem Unternehmen, so wird darüber spekuliert, dass sich Sun von seinem Hardware-Business trennen wird. Etwas, das Firmenboss Jonathan Schwartz nicht rundum ablehnt, allerdings die Postionierung als vollständiger Systemanbieter - also die Kombination aus Soft- und Hardware-Hersteller - bevorzugt. (red)

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