Kernel 2.6.27 bringt zahlreiche Verbesserungen

10. Oktober 2008, 09:46
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Neue Version mit eigenem Flash-Dateisystem, Verbesserungen bei ext4 und WLAN-Unterstützung - Deutliche mehr Webcams unterstützt

Mit rund drei Monaten liegt die Entwicklungsperiode der aktuellen Kernel-Release ziemlich genau im Schnitt der bisherigen Veröffentlichungen, nun wurde diese abgeschlossen: Kernel 2.6.27 steht ab sofort zum Download, die neue Version bringt einmal mehr zentrale Verbesserungen an zahlreichen Subsystemen des Linux-Kerns.

Treiber

Die BenutzerInnen bemerken dies wie gewohnt primär an der Aufnahme neuer Treiber: Nach dem man mit Kernel 2.6.26 bereits den USB Video Video Class-Treiber integriert hat, folgt nun der gspca-Treiber: Gemeinsam werden damit nun der allergrößte Teil aktueller Webcams von Haus aus vom Linux Kernel unterstützt. Weitere Verbesserungen auch im WLAN-Bereich, so wurde der ath9k-Treiber für die 802.11n-Chips von Atheros aufgenommen, aber auch beim kleinen Bruder ath5k hat man zahlreiche Änderungen vorgenommen.

Flash

Einen vollständigen Neuzugang bildet Ubifs, das Dateisystem ist speziell auf die Anforderungen von Flash-Speichern zugeschnitten. Das noch immer als experimentell gekennzeichnete ext4 macht ebenfalls Fortschritte, mittels "Delayed Allocation", soll einerseits die Performance des Dateisystems geändert werden, andererseits auch eine geringere Fragmentierung der Daten auf der Platte erreicht werden.

Suspend

Einige Verbesserungen gab es am S3-Suspend-Modus, außerdem gibt es nun ein alternatives Hibernation-Framework auf Basis von Kexec, das so auch ohne ACPI auskommt. Mit mISDN hat man relativ spät auch noch ein eigenes ISDN-Framework aufgenommen.

Reparatur

Die zwischenzeitlichen Probleme mit dem e1000e-Treiber für die verbreiteten Intel-Netzwerkchips hat man mittlerweile ausgeräumt. Eine Reihe von zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen sollen verhindern, dass es zur Beschädigung der Hardware kommen kann, etwas das bei manchen Testversionen von Kernel 2.6.27 durch das Überschreiben des nicht-flüchtigen Speichers des Chips passieren konnte.

Basis

Dazu kommen eine Fülle von architekturellen Verbesserungen, so soll etwa die fortschreitende Entfernung des Big Kernel Locks eine bessere Performance bringen. Detaillierte Informationen zur neuen Release finden sich im zugehörigen Artikel auf Kernelnewbies.

Download

Kernel 2.6.27 kann kostenlos in Form des Source Codes von der Seite des Projekts heruntergeladen werden. Die neue Version wird unter anderem die Basis der kommenden Distributions-Release von Fedora, Ubuntu und openSUSE bilden.

Ausblick

Für Kernel 2.6.28 steht schon jetzt wieder einiges an Arbeit an: So will man etwa die Boot-Geschwindigkeit verbessern und einmal mehr die Leistungsaufnahme von Linux-Systemen reduzieren. Auch ein neuer Speichermanager für Grafikkarten soll Einzug halten, bereits in der aktuellen Release hat man einige Vorarbeiten in diese Richtung geleistet. In Folge soll dann das "Kernel Mode Setting" ermöglicht werden, dass die Einstellung der gewünschten Auflösung direkt am Beginn des Boot-Prozesses - und nicht erst beim Start des Grafikservers - ermöglicht. (apo)

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