Rückblick: Friedensnobelpreis 2008 für Ahtisaari

10. Oktober 2008, 17:15
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    Die Begründung des Komitees auf nobelprize.org

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    foto: reuters/lehtikuva/markku ulander

    Martti Ahtisaari jüngster Einsatz als internationaler Vermittler fand im Kosovo statt.

Früherer Präsident Martti Ahtisaari ausgezeichnet - Entscheidung des Nobelkomitees stößt vor allem in Serbien auf Kritik

Oslo/Wien/Belgrad - Der Mann, den die Öffentlichkeit mit dem Balkan verbindet, mit Kosovo, Serbien und dem schwierigen Prozess bis zur Unabhängigkeit der umkämpften Provinz - dieser Mann nennt die Unabhängigkeit Namibias sein wichtigstes diplomatisches Werk. "Natürlich" , wie Martti Ahtisaari in einer ersten Reaktion sagte, als der ehemalige finnische Präsident am Freitag erfuhr, dass er in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhält. "Weil es sehr viel Zeit gekostet hat." Erfreut sei er über die Nachricht, zufrieden.

Von einer langen Zeit spricht auch das Nobelkomitee in der Begründung für die diesjährige Entscheidung: "Sein gesamtes Leben als Erwachsener" habe Ahtisaari "für Frieden und Versöhnung eingesetzt." Nicht nur 1989 bis 1990, wo er nach Jahren als UN-Beauftragter für Namibia eine "herausragende Rolle" , so das norwegische Komitee, bei der Unabhängigkeit spielte. Er vermittelte auch in der indonesischen Provinz Aceh, im Irak, in Nordirland.

Und eben im Kosovo - ein Einsatz, der zuletzt nicht von Erfolg gekrönt war: Die Vermittlungsversuche um einen künftigen Status der Provinz scheiterten, Ahtisaari schlug die eingeschränkte Unabhängigkeit des Kosovo vor. Trotzdem galt der 71-Jährige auch gerade deshalb schon lange als einer der Favoriten für den mit einer Million Euro dotierten Preis.

"Es hätte keinen Besseren für den Friedensnobelpreis geben können", sagte Kofi Annan, Ex-UN-Generalsekretär und selbst Friedensnobelpreisträger. "Er ist der einzige Mann, den ich kenne, der Frieden auf drei Kontinenten gemacht hat: Afrika, Asien und Europa." Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik sprach von einer "guten Entscheidung" und einem "Mann der Friedensarbeit".

Trotz der international überwiegend positiv aufgenommenen Entscheidung musste sich die Nobelpreis-Jury am Freitag dann aber gegen Vermutungen wehren, sie habe wegen Drucks aus China und von norwegischer Seite in letzter Minute davon abgesehen, den Preis dem chinesischen Menschenrechtler Hu Jia zuzuerkennen. Peking hatte ausdrücklich vor einer solchen Entscheidung gewarnt.

Mit Unverständnis reagierte die russische Duma. Abgeordnete werteten die Auszeichnung als Versuch, die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo zu rechtfertigen.

Und in Serbien wurde die Nachricht vom Friedensnobelpreis für Ahtisaari mit Bitterkeit aufgenommen. Dem "Schöpfer der Kosovo-Unabhängigkeit" wurde vorgeworfen, als UN-Unterhändler parteiisch die Interessen der Kosovo-Albaner im Auftrag der USA vertreten und die Gespräche zwischen Belgrad und Prishtina nicht objektiv geführt zu haben. Serbische Medien attackierten Ahtisaari während der Kosovo-Gespräche immer wieder, schrieben etwa, dass er aus einer Nazi-Familie stamme und korrupt sei. (von Julia Raabe und Andrej Ivanji/DER STANDARD, Printausgabe, 11.10.2008)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 236
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Käsebrötchen
 
00
15.10.2008, 16:50

2009 fordere ich den friedensnobelpreis für sackishvilly,

2003 hat es leider nicht geklappt,aber nächstes jahr muss es eine ehrung für diese persönlichkeit geben.

pepitant
00
14.10.2008, 12:41
Jetzt hat auch Europa

seinen Kissinger.
Afrika und Australien fehlen noch.

Bruno Flex
00
13.10.2008, 18:21
Ogottogottogott!

mladenovic
 
02
13.10.2008, 06:02
Da wird der Bock zum Gärtner gemacht!

Irgendwann wird ein George Bush noch für sein Lebenswerk ausgezeichnet....

chilly76
 
25
12.10.2008, 01:23
ich schage david binder für den friedensnobellpreis vor

http://www.uni-kassel.de/fb5/fried... sovo6.html

Z. Ristic
10
12.10.2008, 18:09

Guter Bericht, mit Hang zur salomonischen Weisheit.

M.Blumenau
82
12.10.2008, 00:51
Korrekte Entscheidung

Hier hat das Nobelprize-Commitee wieder mal eine gute Wahl getroffen. Martti Ahtisaari ist sicher erste Sahne und jeden Cent wert!

mladenovic
 
18
11.10.2008, 21:36
Ein Schlag ins Gesicht,

für uns Serben!Vielleicht wurde im sein Nobelpreiss noch mit ein paar albanischen Millionen versüsst.....

chilly76
 
316
11.10.2008, 13:14
die nato sekte bekommt das 2.mal hintereinander den friedensnobellpreis

wenn die meinen der normalbürger ist doof , brauchen die sich nicht wundern das die nordatlantische welle staaten sich selbstisolieren und dem untergang entgegen sprinten.
irgenwann werden die bürger im blauen pakt montagsdemos wie einst die bürger im ostpakt abhalten.
die wirtschafliche rezession ist nur die vorhut, die jedes noch so grosse imperium zum falle bringt. (und natürlich der serbische fluch)

deshalb mehr mut zum legalismus der der wahre grund ist das wir im westen es einst sehr gut hatten.
die heutige zweigleisigkeit des westens ist die selbe wie die einst im osten herrschte.

kosovo ist serbien. gleiche rechte für alle staaten und alle bürger.

Alexei Pavlov
00
9.10.2009, 15:10

Bereits zum 3. Mal!

Es wird immer lustiger und serviler!

Bin schon ueber das naechste Jahr gespannt...

ano xxo
61
11.10.2008, 13:07
ich wage mich prophetisch zu betätigen:

...wer eine versöhnung zwischen den serben und albanern, als zwei nachbarn in unabhängigen staaten, erreicht, dem ist der nobelpreis sicher....damit wäre sicherlich die "schwere" des problems erklärt, für deren lösung es gar ZWEI friedensnobelpreise brauchen würde...

grüsse

Aca Rankovic
01
11.10.2008, 23:30

Ich denke, der Nobelpreis winkt dem, der Frieden zwischen allen Volksgruppen Jugoslawiens stiften wird, und unabhängig davon, in welcher Staatenkonstellation dies geschehen wird...

chilly76
 
01
11.10.2008, 13:37
nein, denn so das verspreche ich ihnen ist keine freundschaft möglich, (siehe 500j osmanen)

wer des zusammenleben der serben und albaner im bestehenden völkerrechtlichen einklang schafft verdient den nobelpreis.

das hongkong modell für den balkan kann da als basis zur konfliktlösung dienen.

Arminius
11
12.10.2008, 01:39

Das Hongkong-Modell, sprich: Autonomie, hat Milosevic zertrümmert, gegen den 1991 zurecht und heftigst in Belgrad demonstriert wurde.

Aber leider hatten diese Demonstrationen und deren Hauptakteure keinerlei Unterstützung von "uns" (der öst. Regierung). "Wir" feierten damals Kroatien und Slowenien.

Die nationalisierende Sichtweise "Serbien" gegen "Kosovo" oder "Serben" gegen "Albaner" ist historisch gesehen zu kurz gefasst, aber leider ist Politik immer von kurzgreifendem, vereinfachendem Denken dominiert. Komplexität wird da ausgeklammert. Und was 17 Jahre her ist, das befindet sich sowieso nur mehr hinter einem Schleier. Leider.

ano xxo
10
11.10.2008, 16:01
du hast mich nicht verstanden,

ich schrieb, wer es schafft albaner und serben eben in zwei voneinander unabhängigen staate kosova/serbien zu versöhnen verdient den nobelpreis.....alles andere als diese lösung wäre doch relativ einfach und absolut keines preises würdig, eher einer verhöhnung und verbannung, denn alles andere wäre nur durch KRIEG möglich....und für KRIEG hat bis heute kein einziger den nobelpreis erhalten....deshalb schrieb ich auch, für das problem kosova/serbien bedarf es gleich zweier friedensnobelpreise bis zur lösung....

grüsse

chilly76
 
15
11.10.2008, 23:24
es kann kein frieden basierend auf einem völkerrechtsbruch entstehen

das ist eine ilusion auf die sie vieleicht hoffen, jedoch, 3/4 der welt wollen von dem illegalen staat nichts wissen.

wir können erst über frieden reden wenn sich alle an das völkerrecht wieder halten, auch die albaner. der status der süderbischen provinz mit dem rechten einer minderheit zu verknüpfen erwiest sich als global fatal.

ich drück mich so aus wir serben wüssten nicht warum wir euch entgegen kommen sollten, wenn ihr nicht uns entgegen kommen wollt, für uns ist die sezession ein problem das so nicht akzeptiert werden kann, niemals.
für uns egsistiert ihr politisch nicht, solange ihr in der rechtlichen grauzone euch bewegt.
so einfach ist das, und ihr wisst was zu tun ist wenn ihr freundschaftliche nachbarschaft wollt.

ano xxo
31
12.10.2008, 11:27
aber einen gemeinsamen punkt haben wir,

wir sind ewige nachbarn.....dann eben verfeindet...wir haben kein problem, solange ihr euch nicht in unsere angelegenheiten mischt.....

grüsse

chilly76
 
00
13.10.2008, 13:10
wer sagt denn das wir uns in euere angelegenheiten einmischen

wir mischen uns lediglich in angelegenheiten die uns betreffen ein.

Aca Rankovic
04
11.10.2008, 12:29
Serbien vs. Westen vs. Welt

Zusammenfassung der letzten Tage: Serbien setzt sich in der UN durch, die USA sind isoliert. Montenegro und Mazedonien erkennen den Kosovo an, Serbien ist isoliert. Das Nobelpreiskomitee schlägt sich auf die Seite der USA, Serbien und Rußland sind isoliert. Resumee: Serbien ist isoliert im Westen, der Westen ist isoliert in der restlichen Welt. Erinnert ein wenig an Jugoslawien zur Zeit der Blockfreien, was ja Serbien aufwertet und auch irgendwie als den Nachfolgestaat Jugoslawiens bestätigt. Klingt doch gar nicht schlecht.

ano xxo
42
11.10.2008, 16:02
und wieder mal bewahrheitet sich der wahrste

aller wahren sprüche....NOT macht erfinderisch....


herrlich....

Aca Rankovic
00
11.10.2008, 23:33

Sie bringen es auf den Punkt: Not macht erfinderisch! Hehehe

boris b.
03
11.10.2008, 10:20
Einer der "Drei Weisen"

German Federal Intelligence Service BND (Bundesnachrichtendienst) has recently sent a report to the UN Secretary-General Ban Ki-moon revealing that Albanian separatists and terrorists in Serbian Kosovo-Metohija province have literally purchased Ahtisaari’s plan which suggests independence for the Serbian province and its severing from Serbia.

nick melin
 
08
11.10.2008, 08:00
hat kosovo an bush übergeben

da sieht man wem diese organisation dient

Veniamin Kostitsin-Teterin II
111
11.10.2008, 03:51
und nächstes jahr ? rumsfeld oder doch cheney ?

vielleicht wäre auch mugabe überlegenswert.

Alexei Pavlov
19
11.10.2008, 06:54

Kouchner waere mein Geheimtipp: Er organisierte im Kosovo nach Darstellung der serbischen Ermittlern den beruechtigten Menschenorganenhandel mit.

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