IBM trotzt Finanzkrise und übertrifft Gewinnerwartungen

9. Oktober 2008, 14:29
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US-Technologiekonzern bekräftigt angesichts von Investitionen in Schwellenländern die Jahresprognose - Konkurrent SAP schockierte Anleger zuletzt mit einem Auftragsschwund

Der US-Technologiekonzern IBM hat seinen Gewinn trotz Finanzkrise unerwartet deutlich gesteigert. Im dritten Quartal kletterte der Überschuss nach vorläufigen Zahlen um 20 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar (2,04 Milliarden Euro), wie IBM am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Zudem bekräftigte der Technologieriese seine Jahresprognose: Angesichts von Investitionen in Schwellenländern sei das Unternehmen zuversichtlich, erklärte Konzernchef Samuel Palmisano. Die IBM-Aktie gewann nachbörslich sechs Prozent, auch andere Technologiewerte legten zu.

Längerfristige Verträge

"In diesem Umfeld ist das Erreichen der Geschäftsziele und die Bekräftigung des Ausblicks eine unglaubliche Leistung", sagte Mike Holland von der Investmentfirma Holland & Co. IBM profitierte vor allem vom Geschäft mit Software-Lizenzen und Wartung. Diese Leistungen, die rund die Hälfte des IBM-Geschäfts ausmachen, sind meist in längerfristigen Verträgen geregelt und bilden somit in Krisenzeiten einen Puffer für das Unternehmen. Außerdem erwirtschaftet IBM rund zwei Drittel seines Umsatzes im Ausland und ist somit nicht so stark von der US-Konjunktur abhängig wie andere Unternehmen.

Gutes Zeichen

Der Gewinn je Aktie aus dem laufenden Geschäft legte im dritten Quartal auf 2,05 Dollar von 1,68 Dollar vor Jahresfrist zu. Analysten hatten lediglich mit einem Ergebnis von 2,01 Dollar pro Aktie gerechnet. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 25,3 Milliarden Dollar, hier hatten Analysten mit 26,5 Milliarden Dollar gerechnet. Die Gewinne seien solide, die Umsätze dagegen schwach, sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. "Das ist wahrscheinlich ein gutes Zeichen, aber insgesamt ein Problem für die Weltwirtschaft."

Auftragsschwund bei SAP

IBM-Konkurrent SAP hatte die Anleger am Montag mit einem überraschenden Auftragsschwund schockiert. Der Anbieter von Unternehmenssoftware musste einräumen, dass die Finanzmarktkrise unmittelbar vor dem Ende des dritten Quartals zu einem "abrupten und unerwarteten Abschwung" der Geschäfte geführt hatte. Vor einem Ausblick auf die kommenden Monate scheute SAP bisher zurück. Dieser wird nun für Ende Oktober erwartet.

Überraschend

IBM hatte seine vorläufigen Ergebnisse überraschend veröffentlicht. Hintergrund könnte das Ende des Verbots von Leerverkäufen mit 950 Firmen-Papieren an der New Yorker Börse sein, darunter auch IBM. Einige Investoren befürchten, dass diese Titel durch Spekulationen auf fallende Kurse erneut unter Druck geraten könnten. Die endgültigen Zahlen will IBM am 16. Oktober bekanntgeben. (APA/Reuters)

 

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