Navigieren auf die harte Tour

9. Oktober 2008, 09:29
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Die meisten Navigationsgeräte sind nicht dafür ausgelegt, auf einem Fahrrad durch Gatsch und Wasser geprügelt zu werden. Garmins Edge 705 schätzt genau dieses Umfeld und ist obendrein ein Trainingscomputer

Radfahren ist heute Stadt- und Verkehrsphilosophie. Aber auch Breitensport. Und beim Training - egal ob auf der Straße oder im Gelände - wäre es fein, zu wissen, wie schnell man ist. Und wo man ist. Und wie man zum Ziel kommt. Und - aber das gibt man nicht zu - wieder heim. Bloß: Tachos mit Radlauf sind unpräzise. Sie machen die Reifen hin. Sie navigieren nicht.

GPS-Geräte sind für Autos gemacht

Aber GPS-Geräte sind in der Regel fürs Auto gemacht: Sie halten nichts aus. Regen, Gatsch, Stöße - das mag kein Navi. Außerdem sind die Dinger meist fürs Auto-Handling designt. Mitgelieferte Karten kennen nur Straßen. Und das Gerät interessiert sich nicht für jene Daten, die wirklich wichtig sind. Die Trittfrequenz etwa. Oder den Puls. Kurz: Technikbegeisterte, sportliche Radfahrer sind arme Hunde. Oder besser: Sie waren es. Denn der Navi- und Sportcomputerspezialist Garmin hat mit dem "Edge 705" eine eierlegende Wollmilchsau auf den Markt gebracht: Einen handykleinen Trainingspartner, der alles kann, was (Offroad-)Radfahrer - und alle anderen Sportler, die sich abseits des Straßennetzes herumtreiben - sich wünschen.

Ziemlich deppensicher

Denn der Edge ist ein ziemlich deppensicher zu bedienendes Ding, das auch unterwegs tatsächlich nur eine Hand braucht - und im normalen Rough-Betrieb fast unkaputtbar sein sollte: Der Edge ist wasserdicht und robust und verfügt über die "gewohnten" Qualitäten des Navi-Weltmarktführers Garmin: Der leistungsstarke GPS-Empfänger tut auch in engen Schluchten zuverlässig Dienst. Und mit dem richtigen Kartenmaterial ist Verirren im Wald oder am Berg nur möglich, wenn man sich statt auf das Gerät auf veraltete Wegmarkierungen verlässt. In so einem Fall lässt sich später bei der Auswertung der Trainingsdaten am Computer sogar das momentane Wut-Level (erhöhter Puls bei Nulltempo und Nulltrittfrequenz) auf der Karte markieren.

Nicht gerade gigantisch

Freilich: Verglichen mit anderen geländegängigen Navis - etwa jenen der Garmin Outdoor-Serie "Oregon" - wirkt die 5,6''-Bildschirmdiagonale des Edge nicht gerade gigantisch. Allerdings ist die Oregon-Linie für Leute konzipiert, die beim gemütlichen Hiken bequem navigieren und "tracken" wollen - und denen echte Nehmerqualitäten und professionelle Trainingsfunktionen am Gerät weniger wichtig sind. Preis: ab 455 Euro.(Thomas Rottenberg/DER STANDARD, Printausgabe vom 9.10.2008)

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Garmin

  • Ein Outdoor-Navi mit Trainingsfunktion - für den Radfahrer der den Überblick behalten will.
    foto: garmin

    Ein Outdoor-Navi mit Trainingsfunktion - für den Radfahrer der den Überblick behalten will.

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