Franz Gsellmanns "Weltmaschine" ist 50 geworden!

8. Oktober 2008, 16:48
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Inspiriert wurde der Bau des Wunderdings ohne Zweck (doch mit viel Präsenz) vom Brüsseler Atomium

Brüssel - Zurück zu den Wurzeln jener Inspiration, die seinen Großvater 1958 zum Bau seiner "Weltmaschine" veranlasste, begab sich am Mittwoch Franz Gsellmann junior: Auf den Tag genau 50 Jahre später reiste auch der Enkel von Franz Gsellmann senior zum Brüsseler Atomium, um den Jahrestag der Erfindung seines Großvaters gebührend zu feiern.

Inspiriert vom Brüsseler Atomium hatte der Bauer Gsellmann 1958 im steirischen Edelsbach ein monströses Gesamtkunstwerk erschaffen, das er aus Glühbirnen, Rohren, Zahnrädern, Küchenmaschinen, Staubsaugern, Hula-Hoop-Reifen, einem Orgelgebläse und einer Vogelscheuche sowie allerhand anderem Gerät zusammenfügte und mit 20 Elektromotoren in Bewegung setzte. Zweck hat die Weltmaschine keinen, doch produziert sie Geräusche und Lichteffekte - und ist ein beliebter Tourismusmagnet geworden: Mittlerweile lockt die Weltmaschine jährlich etwa 10.000 Besucher aus aller Welt auf den großväterlichen Hof, sagte der Gsellmann junior am Mittwoch bei einer vom EU-Abgeordneten Reinhard Rack mitveranstalteten Präsentation im Brüsseler Europaparlament.

"Weltmaschinenroman" und Orchesterklänge

"Als Besitzer der Maschine fühle ich mich verantwortlich dafür, die Weltmaschine zu erhalten und weiter zu führen, damit sie den Menschen weiterhin Freude macht , wenn sie die Maschine anschauen und ihnen ein staunendes Lächeln ins Gesicht zaubert", erläuterte der heutige Betreiber. Seine Reise nach Brüssel sollte der Anlass sein, "die Maschine in die Welt hinaus zu tragen, obwohl sie am Standort bestehenbleiben wird".

In den kommenden drei Jahren sind daher eine Reihe von kulturellen Events geplant, um Franz Gsellmanns Erbe einer noch größeren Öffentlichkeit bekanntzumachen. Noch am heutigen Mittwochabend präsentiert Klaus Ferentschik in Brüssel sein Buch "Der Weltmaschinenroman", in dem er zahlreiche Skurrilitäten rund um das Wunderobjekt schildert: So etwa "erfahren die Ortsansässigen erst nach elf Jahren von der Maschine, als sie beim ersten Einschalten einen Kurzschluss auslöst, der in der gesamten Umgebung für einen Stromausfall sorgt und sein Geheimnis preisgibt."

Am 9. November soll es bei einer Feier in Edelsbach zur Uraufführung eines Orchesterstücks von Peter Lackner kommen, das die Geräusche der "Weltmaschine" nachahmt. Eine wandernde Fotoausstellung und eine österreichisch-ungarische Bilderausstellung zu dem Thema sind ab nächstem Jahr geplant, wie Projektmanagerin Klaudia Krutzler schilderte. Zum 100. Geburtstag des Erbauers im Mai 2010 ist dann ein großer Event geplant. Gesamtbudget: 200.000 bis 350.000 Euro, wie Krutzler erläuterte.

Energieversorgung gesichert

Das Problem hoher Stromrechnungen, das sein Großvater beim Betrieb des Wunderwerkes hatte, hat Franz Gsellmann junior mittlerweile gelöst: Die Energie Steiermark konnte als Sponsor gewonnen werden.  (APA/red)

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    Seit einem halben Jahrhundert steht die "Weltmaschine" nun bereits da und hüllt sich in ihr Geheimnis.

  • Klaus Ferentschik: "Der Weltmaschinenroman", 157 Seiten,  Matthes & Seitz Berlin 2008, € 18,30.
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    Klaus Ferentschik: "Der Weltmaschinenroman", 157 Seiten, 
    Matthes & Seitz Berlin 2008, € 18,30.

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