Michael Moore vs. Filmstudio: Kontroverse um kostenlosen Download

7. Oktober 2008, 11:20
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Anwälte schicken Klagsdrohung an DNS-Provider - Bittorrent-Veröffentlichung von neuer Dokumentation "Slacker Uprising" auf USA und Kanada beschränkt

Mit seiner durchaus provokanten Art hat der US-Filmemacher Michael Moore in den vergangenen Jahren immer wieder für Aufregung gesorgt. Eine Wirkung, die sich nicht nur auf Dokumentationen wie "Fahrenheit 911" oder "Bowling for Columbine" beschränkt, auch mit seinen Stellungnahmen zu Copyrightfragen lässt er regelmäßig aufhorchen.

Download

So hatte er in der Vergangenheit mehrmals offen zum Download seiner Filme aufgerufen, und war prompt mit seinem Filmstudio aneinandergeraten. Für die neue Dokumentation "Slacker Uprising" hat man sich nun eigentlich eine andere Herangehensweise einfallen lassen, das Ergebnis ist jedoch das Gleiche: Moore sagt das eine - die Produktionsfirma tut das andere.

Offen

Konkret hatte man im September angekündigt, dass "Slacker Uprising" ganz offiziell parallel zum Kinostart kostenlos zum Download gestellt wird. Allerdings hatte man diesem Versprechen eine entscheidende Einschränkung angefügt - das Herunterladen sei lediglich in den USA und Kanada legal.

Bittorrent

Eine Beschränkung, die man freilich bei der konkreten Umsetzung gleich ad absurdum geführt hat. Denn den Download hat man per Bittorrent angeboten, das P2P-System kennt freilich keinerlei lokale Beschränkungen. Zwar hatte man den Zugriff auf den notwendigen Tracker auf der eigenen Webseite auf die USA und Kanada beschränkt, doch wie üblich wurde dieser rasch von diversen Bittorrent-Seiten übernommen, der Download war prompt weltweit zugänglich.

Drohung

Etwas, das rasch die AnwältInnen der Produktionsfirma Westside Productions LLC auf den Plan rief, Ende September forderte man den kanadischen DNS-Provider easyDNS dazu auf die entsprechende Torrent-Datei zu entfernen. Dass man ausgerechnet easyDNS mit einer Klage bedrohte, ist auf einen Anfängerfehler zurückzuführen: Statt dem schwedischen Webseitenbetreiber BTJunkie adressierte man dessen DNS-Provider, der sich entsprechend schlicht als nicht zuständig erklärte.

Kritik

Eine weltweite Verbreitung des Films konnte man damit aber ohnehin nicht mehr verhindern, Michael Moore selbst musste sich in Folge aber durchaus Kritik für den Widerspruch zwischen seinen Worten und den tatsächlichen Handlungen seines Studios gefallen lassen. Eine Kritik, die der Regisseur allerdings nicht auf sich sitzen lassen will, in einer Stellungnahme gegenüber Torrentfreak verteidigt er seine Position.

Copyright

Die Problematik sei, dass er selbst ausschließlich über die Verwertungsrechte für die USA und Kanada entscheiden könne, in Bezug auf alle anderen Länder seien ihm die Hände gebunden, entsprechend sei diese Situation entstanden. Moore macht dabei allerdings auch keinen Hehl daraus, dass er selbst eine weltweite offene Verbreitung gut heiße, die jetzigen Copyright-Regeln seien in seinen Augen viel zu restriktiv. (apo)

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    US-Filmemacher Michael Moore

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