Immer, wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo Jörg Haider daher und lehrt das Publikum: Er kann das Zumutbarkeitsschrauberl immer noch ein Stück weiter drehen.
Man lasse sich die Idee einer "Sonderanstalt für kriminelle Asylwerber" in all ihren Details durch den Kopf gehen: Ein Landespolitiker erhebt sich über den Rest der Menschheit, bestimmt im Alleingang, wer gerade noch geduldet wird und wer "abzuschieben" sei - und verfrachtet die, die er für nicht würdig befindet, kurzerhand in eine Art Gefängnis, weitab von jeglicher Zivilisation: selbstverständlich ohne Gerichtsurteil und ohne gesetzliche Grundlage. Zum Drüberstreuen garniert Haider seine tolle Idee dann auch noch mit historisch belasteten Begriffen wie "Zwischenlösung" und "Endziel" und macht sich über all jene "politisch Korrekten" lustig, die sich darüber aufregen.
Allerdings wird die Zahl derer, die sich über Haider und seinesgleichen noch erregen können, ohnehin immer überschaubarer. Offenbar hat ein gutes Drittel des österreichischen Wahlvolks keinerlei ethische Bedenken, Politiker vom blau-orangen Schlage zu wählen. Ist der Österreicher einmal grantig auf "die da oben", kennt er keine Grenzen. Dann sitzen eben Abgeordnete im Hohen Haus, die schon einmal "Tierbordelle für muslimische Männer" fordern, und ein Kärntner Landeshauptmann wird gestärkt, der Sonderanstalten für Menschen erfindet, die vor Terror und Gewalt in ihrer Heimat flüchteten. Es steht zu befürchten, dass die Grenzen des Zumutbaren nicht nur beim Thema Asyl noch lange nicht erreicht sind. (Petra Stuiber/DER STANDARD-Printausgabe, 7.10.2008)
Adamovich hatte in einem Krone-Interview spekuliert, das Leben in Priklopils Gefangenschaft könnte für Natascha Kampusch "allemal besser gewesen sein als das, was sie davor erlebt hat"
Von politischer Verantwortung und Augenmaß keine Spur - wie immer bei Asyl- und Einwanderungsfragen
Bei den Wiener Linien meint man, jede Kritik könne nur von (politischen) Feinden gesteuert sein
Lieber die absolute Macht so lang wie möglich auskosten, statt sich vorzeitig aufzuregen
Wie lange dauert es eigentlich, 300 alte Straßenbahnen mit Rückspiegeln auszustatten?
Die SPÖ nimmt sich beim Ausländer-Thema selbst nicht ernst - das hat fatale Folgen
Die ÖVP erhitzt sich an Claudia Schmied - Echte Schulprobleme sind ihr dagegen egal
Im Fall Kampusch gibt es noch viel aufzuklären - besser ohne mediale Provokationen
Die finanziellen Argumente der Justizministerin für werden dem Ernst der Angelegenheit nicht gerecht
unapetittliche Getue eines Jörg Haiders und seiner Vasallen hat jetzt hoffentlich bald und endlich ein Ende gefunden.
Und die Kärntner Bevölkerung eine überraschende Möglichkeit vorgefunden, ihre jahrelang rechtsgedrillten Gehirnzellen zu reinigen.
Abnehmende Zahl der sich Aufregenden: Am Besten, Sie gehen mit guten Beispiel und Zivilcourage voran. Gehen Sie zu seinem "Entzauberer" Schüssel und geben Sie ihm öffentlich eine Ohrfeige, Frau Stuiber, als Journalistin kommen Sie ja nahe heran.
Entmenschte Regelungen als Handlungsmaxime und "kranke Gedanken" lassen ein ganzes Bundesland kalt mit einem rechtlich abgehoben Ladndeshauptmann mit seinen ergebenen Aprotiereren.
Ganz Kärnten haut sich auf die Schenkel und unterhält sich auf Kosten der Schwachen.
"Das ist klar rechtswidrig." Verfassungsjurist Heinz Mayer findet für Jörg Haiders "Sonderanstalt" für mutmaßlich kriminelle Asylwerber auf der Kärntner Saualm (Gemeinde Griffen) deutliche Worte. Problematisch sei vor allem, sagt Mayer, dass die Asylwerber in dem ehemaligen Jugendheim auf 1200 Meter Seehöhe laut dem Kärntner Landeshauptmann von einem privaten Sicherheitspersonal bewacht werden sollen."Geschieht dies nicht ausschließlich zum Schutz der Asylwerber, fehlt jegliche rechtliche Grundlage. Man kann nicht Menschen ohne irgendeinen Haftbefehl einsperren", kritisiert Mayer.
fehleinschätzungen der rechtslage abgegeben. viel mehr als die provozierenden retro-diktionen des herrn hj schreckt mich, dass er sich auf eine vorstellung der innenministerin - die ja bekanntlich der övp angehört - beruft, die hier avantgardistisch in szene gesetzt werden soll.
da hat er teilausschnitte der geschichte wohl zu gut gelernt, der gute hj - von dem ich ja distanz gar nicht erwarte.
und doch könnte man ja - so wie bei der finanzkrise - endlich einmal besonnenheit beweisen. Vor allem in der övp endlich von dieser grubentiefen katalysatorenwirkung abgehen und sich zu einem klaren standpunkt für eine solidarische geselllschaft in österreich durchringen.
Eine nach außen (auf Sündenböcke) projizierte Form von Selbsthass. Die Unerträglichkeit des alltäglichen Minderwertigkeitsgefühls in einer globalisierten Leistungsgesellschaft braucht ein Ventil. Dieses Ventil sind Xeno- und diverse andere Phobien.
Willkommen in der reaktionären Neidgesellschaft.
Übrigens sind auch die Übrigen Bücher und Texte von Arno Gruen ausgesprochen lesenswert!
http://www.stuttgart.de/stadtbuec... /gruen.pdf
Ich wollte nur klarstellen, dass das Posting an sich keinen direkten Bezug zu Arno Gruen hat und natürlich aus meiner Tastatur (Feder?!) stammt.
Herr Gruen ist weit angenehmer, weitblickender, eloquenter und tiefschürfender in seiner Argumentation.
Ich möchte Missverständnissen vorbeugen. (Tschuldigung für die Tippfehler, ich war wohl etwas unkonzentriert).
heute war ich in einer 4. HS Klasse zur Vorstellung eines neuen Jugendzentrumkonzeptes im Ort. Nach ca. einer halben Stunde waren wir beim Thema "Ausländer" - Unglaublich welche Emotionen da hochschwappten und welche "Ideen" ernsthaft vorgetragen wurden z.B.: - Ein Schild am Eingang nur für Inländer, getrennte Räume, nur deutsche Sprache im JUZ etc...ich wills jetzt gar nicht weiter ausbereiten - Apartheit lässt fröhlich grüßen -vorgetragen ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen und unter allgemeinem Gejohle - der Lehrer (Religion) saß daneben und sagte: *gar nichts*
Interessanterweise was es die Klasse (eine von 6) mit dem geringsten Migrantenanteil (eine Schülerin - die Arme).
Mir ist jetzt noch richtig übel wenn ich daran denke.
Generation von golf-tieferlegenden Uffza-Musik-Vollaufdreher wächst heran.
Sie entstammen der vorgehender Generation ebendieser und werden bald die Väter der nächsten sein.
Und in Summe werden es immer mehr.
Das eigentlich interessante ist dass genau dieser Typus "echter Österreicher" sich kaum von dem ihm verhassten Paradebeispiel des sich negativ benehmenden Migraten oder Neo-Österreichern unterscheidet.
Eigentlich witzig dass diese Typen genau das wofür sie stehen und was sie sind, bei anderen aufstosst.
Ob die wirklich nicht merken wie ähnlich gerade sie selbst dem "bösen Ausländer" sind wenn sie herumstänkern und dann im tiefergelegten KFZ davonbrausen mit dem Bass aufgedreht dass es nur so kracht? Eigentlich unvorstellbar.
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