Asylheim auf der Alm "klar rechtswidrig"

6. Oktober 2008, 19:14

Verfassungsjurist Mayer sieht keine rechtliche Grundlage für Haiders "Sonderanstalt"

Klagenfurt/Wien - "Das ist klar rechtswidrig." Verfassungsjurist Heinz Mayer findet für Jörg Haiders "Sonderanstalt" für mutmaßlich kriminelle Asylwerber auf der Kärntner Saualm (Gemeinde Griffen) deutliche Worte. Problematisch sei vor allem, sagt Mayer, dass die Asylwerber in dem ehemaligen Jugendheim auf 1200 Meter Seehöhe laut dem Kärntner Landeshauptmann von einem privaten Sicherheitspersonal bewacht werden sollen.

"Geschieht dies nicht ausschließlich zum Schutz der Asylwerber, fehlt jegliche rechtliche Grundlage. Man kann nicht Menschen ohne irgendeinen Haftbefehl einsperren", kritisiert Mayer. Für Landeshauptmann Haider dennoch "der richtige Schritt". Die "Sonderanstalt" entspreche dem "Wunsch" von Innenministerin Maria Fekter (VP). Haider verwies am Montag in diesem Zusammenhang auf einen Brief der Ministerin, in dem Fekter die Einrichtungen für all jene Asylwerber propagiere, die verurteilt oder nach dem Strafrecht angezeigt worden seien. Außerdem sei die "Sonderanstalt" nur als "Zwischenlösung" zu sehen. "Endziel" sei, straffällig gewordene Asylwerber aus Österreich abzuschieben.

SPÖ für zivilen Widerstand

Das ehemalige Jugendheim ist nur über Forststraßen erreichbar, was hörbar im Sinne des Erfinders ist. Haider: "Die Unterbringung wird in angemessener Distanz zur Wohnbevölkerung stattfinden." Fünf Menschen seien bereits per Bus in diese Unterkunft gebracht worden, bis zu 50 Menschen könnten dort betreut werden. Auch Psychologen und - wenn notwendig - Ärzte würden anwesend sein. Die Kosten dafür will Haider aber "auf alle Fälle" dem Bund übertragen.

Das Innenministerium lehnte dieses Ansinnen am Montag postwendend ab. "Die Grundversorgung von Asylwerbern ist Ländersache", sagt Ministerin-Sprecherin Iris Müller-Guttenbrunn. Was Haiders Argument betreffe, eine "Sonderanstalt" sei auch Fekters Wunsch, sei daran nur wahr, "dass eine Beamtenrunde Ende Juli darüber debattiert und vereinbart hat, die Schaffung von speziellen Einrichtungen für straffällig gewordene Asylwerber zu prüfen".

Kärntens Sozialreferentin Nicole Cernic (SP) ruft indes zu "zivilem Widerstand" auf: "Gegen diese Art der Sonderbehandlung sollte es gesellschaftlichen Widerstand geben. Hier ist auch die Einzelmeinung sehr stark gefragt, die daran erinnert, dass man solche Ideen schon einmal hatte, und daran, wie die Zeit geendet hat, in der man solche Ideen verfolgt hat."

Kritik von "asylkoordination Österreich"

"Landeshauptmann Haider bedient sich bei der Präsentation seiner Kärntner Abschiebepolitik einer diffamierenden Sprache und spielt mit Assoziationen zur nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Im Zusammenhang mit Abschiebungen sind die verwendeten Begriffe Zwischenlösung und Endziel nicht unbelastet. Wenn Haider weiters von einer Sonderanstalt für Asylwerber spricht, wird damit ein besondere Gefahr oder Beeinträchtigung assoziiert", kritisiert die Obfrau von "asylkoordination österreich", Anny Knapp, in einer Aussendung.

Laut Medienberichten seien bereits einige AsylwerberInnen in dieses ehemalige Jugendheim verfrachtet worden, noch bevor das Land ein Konzept hätte, wie die Versorgung und Betreuung in dieser abgeschiedenen Gegend gewährleistet wird: "Wenn unter Betreuung die Bewachung verstanden wird und die AsylwerberInnen sich nicht mehr frei bewegen können, würde sich das Land Kärnten und der Landeshauptmann wieder einmal einer unzulässigen Freiheitsberaubung schuldig machen", so Knapp weiter. "AsylwerberInnen, die durch die Grundversorgung versorgt werden, haben zwar keine Wahlmöglichkeit für ein bestimmtes Quartier, eine Verlegung ist aber nur dann zulässig, wenn dies notwendig ist; das wäre etwa zum Besuch einer Schule oder zur regelmäßigen ärztlichen Betreuung, wenn dies nicht anders möglich ist. Wenn die Strafverfolgungsbehörden keine Notwendigkeit sehen, jemand Tatverdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen, ist dies selbstverständlich von den Landesbehörden zu akzeptieren. Alles andere wäre ein Affront gegen das demokratische Prinzip der Gewaltenteilung. Nach seinem Erfolg bei den Wahlen setzt Haider ein deutliches Zeichen, wo's langgeht." (Markus Rohrhofer, Petra Stuiber/DER STANDARD-Printausgabe, 7.10.2008/red)

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little tiny farts
 
00
12.10.2008, 12:56
vielen dank an den einzelkämpfern hier; wie @ galiontariaho.

miraculix66
 
00
9.10.2008, 19:37

wer bestimmt eigentlich wo asylanten unterzubringen sind?

galiontariaho
11
10.10.2008, 12:45
das land...

steht im artikel... die asylwerber haben keine wahlmöglichkeit, die aber von haider auf basis einer puren verdächtigung geplante VERLEGUNG ist dagegen nicht erlaubt.

haudi
00
14.11.2008, 17:24
wahlmöglichkeit

dann sollten alle Neuankömlinge gleich auf die Saualm? (Ort egal, verlegung verboten?)

Würd eng werden ..

spoiled ballot
22
9.10.2008, 16:34
an die bzöler

glaubt ihr wirklich ein mann, der die beschäftigungspolitik im dritten reich lobt, der abfällig über die "ostküste" redet, jetzt zufällig von "sonderanstallten", "zwischenlösung" und "endziel" redet.

ihr müsst auch damit auseinandersetzen, dass ihr einen mann gewählt habt, der den nationalsoz:alismus und ss veteranen lobt, jede stimme für haider ist eine zustimmung zum rechtse*tremen gedankengut.

Das singende Cevapcici
 
11
9.10.2008, 04:51
Zeit wirds

das JH, HCS und Petzner ans Ruder kommen!

moejoe187
00
11.10.2008, 14:09
habne sie das schon voher gewusst das es "Zeit" wird?

Harry Meier
 
00
9.10.2008, 11:03
Die rechten Fuzzies zerfleischen sich ohnehin ständig

.. gegenseitig. Womit dann wieder für ne Weile Ruhe wäre.

Haus Österreich1
01
8.10.2008, 23:39
Interessant ist's dazu anzumerken ...

... das gegen jh selbst schon mehrmals Anzeigen und auch Verurteilungen ausgesprochen wurden ... um so interessanter noch, daß dieses menschenverachtende Subjekt noch immer LH eines Landes sein darf. Zur Konkretisierung der Anschuldigungen gegen die Kärntner spö sei festgestellt, daß es sich hierbei nur um eine, Person handelt, die von den anderen S-Fraktionsmitgliedern ebenso geächtet wird wie ihr größenwahnsinniges Vorbild.

Hubert Ungeist
 
10
9.10.2008, 02:03
Welche Anzeigen und welche Verurteilungen?

Mir ist keine bekannt.

Chris_SM
00
8.10.2008, 15:23
Wer einmal lügt

Ich halte davon nichts, weil hier Kriminalität nicht von unabhängigen Gerichten, sondern von Kärntner Landesbehörden festgestellt wird, und dann diese nicht zuständige Behörde eine Strafe (Verbannung auf die Saualm wo es koa Sünd gibt)abseits des Strafrechts aufbrummt. Dies alles ist zusätzlich ein billiger Aktionismus auf Kosten der Betroffenen, um die Bevölkerung zu beeindrucken und die Bundesbehörden auf eine Problematik aufmerksam zu machen. Und die unverhältnis hohe Kriminalitätsrate unter Asylwerbern und der Umgang damit ist sicherlich eine diskussionswürdige Problematik, auch wenn die GutmenschInnen davon nichts hören wollen.

Doch Hr. Mayer hat mit seinen abstrusen Aussagen zum EF-Deal bei mir jegliche Glaubwürdigkeit verspielt.

derfalke
21
8.10.2008, 12:09
Auch die SPÖ-Klagenfurt befürwortet das Asylantenheim auf der Alm,

das meldet der ORF.

Was sagen die roten Gutmenschen nun?

spoiled ballot
00
8.10.2008, 19:51
falkotschnig

nicht jeder ist ein stumpfes parteipropaganda opfer, die meisten hier könne selbstständig denken.

derfalke
00
8.10.2008, 14:40
galiontariaho
00
8.10.2008, 14:27
welche menschen...

die prinzipien des rechtsstaates missachten ist sekundär, dass die roten immer mehr zum populismus der rechtsextremen schielen macht es nicht besser.

was die roten sagen is natürlich interessant....

was ihr schlechten menschen sagt dafür weniger verwunderlich....

rechtschreipfehler
00
8.10.2008, 09:54
der artikel wurde vom standard schnell verräumt.

die meinungen entsprachen offenbar nicht der az-blattlinie.

poldus bellus
00
7.10.2008, 22:02
i waas ned

Die "Sonderanstalt" entspreche dem "Wunsch" von Innenministerin Maria Fekter (VP).
mir scheint, er will die Schottermitzi auflaufen lassen

pastonade
114
7.10.2008, 21:43

Für strenggläubige M0slems ist es natürlich nicht zumutbar auf der Sau-Alm unterbegracht zu werden.

Chris_SM
00
8.10.2008, 15:05

Ein politisch unkorrektes grünes Stricherl von mir...

Gerhard Polak
11
8.10.2008, 12:43
Schon mehr gelacht

Am 27. September war auf Ö1 ein Feature zu hören, dass die Kinder der aus Kärnten ausgewiesenen Tschetschenen zum Zeitpunkt der ihnen vorgeworfenen Schlägerei zu Sylvester 2007 nachweislich nicht am Tatort waren. Wurde durch Polizei und Gericht bestätigt, der Unabhängige Verwaltungssenat für Kärnten hat das Vorgehen der Kärntner Bezirksbehörden massiv kritisiert und die Abschiebungen für rechtlich falsch festgestellt. Herrn Haider und seine Beamten stört´s nicht und in seinem auf Pump finanziertem Zuckerbrot - und - Peitsche System wirds weiterhin heissen lei laf´n losn.

little tiny farts
 
00
12.10.2008, 12:38
zuckerbrot und peitsche: brot, blut und spiele

heute schon gegrassert ?
01
7.10.2008, 19:02
Welche Sicherheitsfirma ?

Haider hat sein Modell der totalen Verlagerung (verlegen, Lager - passt beides) vom Probelauf mit den Kärntner nicht BZÖ Pensionisten übernommen.
Pflegebedürftige dürfen in der Landwirtschaft hackeln ;)

Baal Kagan
313
7.10.2008, 18:32
Allen, die hier neue Konzentrationslager

entstehen sehen sei eines gesagt:

Konzentrationslager waren Einrichtungen zur - industriell organisierten - Vernichtung von Menschen.

Ein Verbrechen, dass es vor und nach dem dritten Reich - in diesem Ausmaß - nicht gegeben hat.

Zu den von Haider umfunktionierten Jugendheimen mag man stehen wie man will. Aber allein beim Anblick der Wörter "Haider" "Flüchtling" und "Lager" reflexartig "KZ" zu schreien ist mMn kontraproduktiv.

Es erinnert an die Geschichte mit dem Jungen der dauernd schreit "Ein Wolf, ein Wolf!"

FerdlGriesgram
00
8.10.2008, 02:37

Ihrer Einschätzung nach kontraproduktiv, meiner Einschätzung nach beginnen wir genau hier mit der Diskussion.

Ja?

Kennen Sie das? Bitte:

"Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui."

Ich bitte um Eingang auf diese Thematik.

spoiled ballot
00
8.10.2008, 00:03
hm

in stein sitzen menschen die von einem unabhängigen gericht zu einer freiheitstrafe verurteilt wurden.
haider will leute, auf irgendeinen vedacht hin, in ein lager stecken.
genau so wie die tschetschen, die er im jänner "abgeschoben" hat, nichts mit den vorfällen, die ihnen vorgeworfen wurden, zu tun hatten.
reine willkür; außerdem sind haiders sympathien für den national-sozialismus dokumentiert, seine anspielung absicht, ob du das nicht schnallst, oder nicht zugeben willst, musst du dir selbst beantworten.

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