Unerwünschter Immigrant: Die Walnussfruchtfliege

6. Oktober 2008, 18:04
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Rhagoletis completa stammt ursprünglich aus Nordamerika - bei starkem Befall kann es zu Ernteeinbußen kommen

Wien - Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa) ist heuer erstmals in Österreich nachgewiesen worden. Ursprünglich stammt das Insekt aus Nordamerika. Ende der 80er Jahre wurden erste Exemplare in Europa entdeckt, und zwar in der Schweiz. In den darauffolgenden Jahren wurde sie dann auch in Italien, Slowenien, Kroatien, Deutschland und zuletzt 2007 in Frankreich festgestellt. Durch gezieltes Monitoring der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Tirol wurde das Vorkommen der Walnussfruchtfliege nun auch in Österreich bestätigt.

Die Walnussfruchtfliege ist mit der Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) verwandt und dieser in Aussehen und Lebensweise sehr ähnlich. Sie bildet nur eine Generation pro Jahr aus, die Eier werden in die grüne Fruchtschale gelegt. Die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch, wodurch dieses weich, schwarz und schleimig wird. Nach einer drei- bis fünfwöchigen Fraßtätigkeit lassen sich die Larven entweder alleine oder mit den Nüssen zu Boden fallen, wo sie sich in die Erde vergraben und verpuppen. Ab etwa Ende Juni schlüpfen die erwachsenen Fliegen.

Bei starkem Befall kann nicht nur die Nussschale schwarz und unansehnlich werden, sondern auch der Nusskern selbst betroffen werden, wodurch es zu Qualitätsminderung und Ertragseinbußen kommt. In Italien sind teilweise 50 bis 90 Prozent der Walnüsse befallen. (APA/red)

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AGES

  • Das unappetitliche Ergebnis eines Befalls mit Rhagoletis completa
    foto: ages/lethmayer

    Das unappetitliche Ergebnis eines Befalls mit Rhagoletis completa

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