Richter stoppt Verkauf von Kopiersoftware RealDVD

6. Oktober 2008, 13:31
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Onlinedienst derzeit auf Eis gelegt - Programm soll Urheberrechte verletzen können

Ein US-Richter hat den Verkauf der Kopiersoftware RealDVD vorerst gestoppt. Damit muss RealNetworks, das die Software vergangene Woche auf den Markt gebracht hat, im Streit mit Hollywood einen ersten Dämpfer hinnehmen. Wie der Technologie-Blog NewTeeVee berichtet, ist RealDVD seit Sonntag nicht mehr auf der Webseite aufrufbar. Die Motion Picture Association of America (MPAA) hatte gegen RealNetworks Klage eingereicht, weil das Programm, das den Nutzern ermöglicht, Filme auf die Computerfestplatte zu spielen und zu lagern, gegen das Urheberrecht verletze.

Eine verbotene Umgehungssoftware

"Das Urheberrecht verbietet das Anfertigen von Kopien, wenn dabei ein Kopierschutz umgangen werden muss. Demzufolge stellt RealDVD eine verbotene Umgehungssoftware dar", sagt auch Christine Ehlers, Pressesprecherin von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), auf Nachfrage von pressetext. Dabei seien die entsprechenden Vorschriften des Urheberrechts zum Kopierschutz so eindeutig, wie es zu anderen Themen im Sinne des Konsumentenschutzes wünschenswert wäre. "Denn nur eindeutige Vorschriften erhöhen die Rechtssicherheit und unterstützen faktisch die Mündigkeit des Bürgers. Schwammige Vorschriften hingegen wirken schädlich", so Ehlers weiter.

Zeit

RealNetworks zog seinerseits gegen die Filmstudios vor Gericht, um den Verkauf von RealDVD durchzusetzen. Bis Dienstag darf das Programm nun nicht angeboten werden. In dieser Zeit will das Gericht alle Unterlagen zum Fall prüfen und dann eine weitere Entscheidung fällen. Das Unternehmen zeigt sich jedenfalls optimistisch und stellt den Nutzern eine baldige Wiederaufnahme des Verkaufs von RealDVD in Aussicht, wie auf der Homepages zu lesen ist.

Aneinander-Vorbei-Agieren

Bislang haben sich weder Vertreter der MPAA noch RealNetworks öffentlich zu dem vorübergehenden Verkaufsstopp geäußert. Das Software-Unternehmen hatte zuvor argumentiert, die Unterhaltungsindustrie würde zum wiederholten Male versuchen, neue Technologien, die den Nutzern mehr Flexibilität in ihrem Musik- oder Filmkonsum ermöglichen, von Anfang an zu zerstören. "Die GVU spricht sich grundsätzlich für mehr Kooperation zwischen Rechteinhabern und Unternehmen der ITK-Wirtschaft aus. Am Beispiel RealDVD zeigt sich einmal mehr, dass ein Aneinander-Vorbei-Agieren dem Kundenbedürfnis eher zuwiderläuft", meint Ehlers gegenüber pressetext. Solche Entwicklungen würden zu einer Verhärtung der jeweiligen Positionen beitragen. Flexibler Filmkonsum werde dadurch eher erschwert." (pte9

 

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