Doktorat macht sich bezahlt

6. Oktober 2008, 12:55
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DoktorInnen verdienen doppelt so viel wie Durchschnitts-ÖsterreicherInnen - Frauen haben auch in dieser Gruppe niedrigere Einkommen

Wien  - Doktoren und Doktorinnen - quer durch alle Wissenschaftszweige - verdienen deutlich mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung. Laut einer am Montag veröffentlichten Untersuchung von Statistik Austria und Europäischem Statistikamt (3.214 Befragte) im Auftrag des Wissenschaftsministeriums hatten unselbstständig erwerbstätige DoktorInnen 2006 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 49.000 Euro brutto, die DurchschnittsösterreicherIn verdiente knapp 22.800 Euro brutto.

93 Prozent Erwerbstätigkeit

Etwa 93 Prozent der DoktorInnen, die zwischen 1990 und 2006 promoviert haben, sind laut Befragung erwerbstätig, die Arbeitslosigkeit liegt unter drei Prozent (der Rest ist in Karenz etc., Anm.). Diese Angaben werden durch offizielle Arbeitsmarktstatistiken gestützt, wonach Personen mit Doktoratsabschluss unter allen Bildungsschichten die höchste Erwerbs- und die niedrigste Arbeitslosenquote aufweisen. Jeder achte (13 Prozent) der etwa 24.000 erwerbstätigen DoktorInnen ist selbstständig tätig und verdient dabei etwa gleichviel wie unselbstständig tätige DoktorInnen.

Frauen verdienen auch in dieser Bildungsschicht weniger als Männer: Während unselbstständig beschäftigte Doktoren 2006 im Mittel 53.000 Euro brutto verdienten, bekamen Doktorinnen nur 40.000 Euro brutto, also etwa ein Viertel weniger. Auch wenn man die erhöhte Teilzeitquote bei Frauen berücksichtigt, verdienen unselbstständig erwerbstätigen Doktorinnen im Mittel nur 42.000 Euro.

Hohe Differenzen nach Fach

Das Einkommen variiert außerdem stark nach dem Wissenschaftszweig der Promotion: Personen mit Doktoratsabschluss in Technischen Wissenschaften hatten mit 57.000 Euro das höchste mittlere Bruttojahreseinkommen, gefolgt von Sozialwissenschaften - darunter Wirtschafts- und Rechtswissenschaften - mit 50.000 Euro. Auf durchschnittlich 41.000 Euro Jahreseinkommen bringen es ÄrztInnen. Vergleichsweise wenig verdienten DoktorInnen der Geisteswissenschaften mit 37.000 Euro.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten kann offenbar über den Verdienst nicht klagen: Mehr als die Hälfte (57,2 Prozent) ist "einigermaßen zufrieden", immerhin fast ein Viertel (23,3 Prozent) sogar "sehr zufrieden". Noch höher ist die Zufriedenheit mit anderen berufsrelevanten Punkten wie der Arbeitsplatzsicherheit, den Arbeitsbedingungen oder der intellektuellen Herausforderung; etwa die Hälfte ist damit "sehr zufrieden". Sorgen machen den DoktorInnen eher die Karriereaussichten, etwa 40 Prozent bewerten diese als eher schlecht (25,7 Prozent sind "eher unzufrieden"; 14,3 Prozent "sehr unzufrieden"). (APA)

 

 

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    Foto: AP/JOERG SARBACH
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