"Wir fangen sicher nicht an zu rappen"

6. Oktober 2008, 11:50
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SP-Abgeordnete und Jugendsprecherin Rudas sieht im starken Abschneiden der FPÖ bei Jugendlichen "eine ganz klare Warnung" - Von Straches Methoden will sie sich aber nichts abschauen

„Wir werden jetzt sicher nicht anfangen, Ortstafeln zu verrücken und in der Nachtschicht zu rappen“. Laura Rudas, junge Aufsteigerin der SPÖ und Nationalratsabgeordnete, hält nicht viel von Heinz-Christain Straches Politikstil. Ob sie schockiert darüber ist, dass WählerInnen unter 30 sich vorrangig für die FPÖ entschieden haben? „Schockiert oder nicht, das ist nicht die Frage. Das löst das Problem ja nicht“, meint Rudas im Gespräch mit derStandard.at. Es habe insgesamt einen Rechtsruck gegeben, so Rudas, man solle jetzt nicht die Jungen dafür verantwortlich machen. Allerdings sei es tatsächlich erschreckend, dass die „Sündenbockmodelle“ der Rechtsparteien bei Jugendlichen so starken Zulauf hätten.

Schwarz-Blau verantwortlich

„Natürlich sind Fehler in der letzten Regierung passiert, man hat es nicht geschafft, junge Politik greifbar zu machen“, so Rudas. Daran seien auch die Medien nicht unschuldig, die „Stylefragen“ und Aussehen lieber thematisiert hätten als Inhaltliches zur Jugendpolitik. Tatsächlich verantwortlich für das gute Abschneiden sei aber die Ära von Schwarz-Blau gewesen, die die Rechten salonfähig gemacht habe. „FPÖ und BZÖ muss man aber tabuisieren“, ist die rote Abgeordnete überzeugt. Man dürfe jetzt nicht den Fehler machen und das Ergebnis „zu Tode analysieren“.

"Dem Thema Integration stellen"

Ignorieren will Rudas das Signal aber keineswegs. „Das war eine ganz klare Warnung, und die Warnung ist angekommen“. Die Konsequenzen, die sie daraus zieht: „Wir müssen uns dem Thema Integration stellen“. Da habe man noch einigen Vermittlungsbedarf. Man müsse vor allem verstärkt auf die Jugendlichen zugehen und mit ihnen reden. Und: „Das Thema Jugendarbeitslosigkeit und die Jobsuche gehören viel stärker thematisiert“, fordert Rudas. „Wir haben hier erstmals eine ganze Generation, die sich gar nicht mehr aussuchen kann, welchen Job sie macht, die nehmen muss, was sie kriegt. Das ist ein unglaublicher Einschnitt“. (Anita Zielina, derStandard.at, 6.10.2008)

  • Die rote Nationalratsabgeordnete Laura Rudas meint, Schwarz-Blau habe die Rechtsparteien erst salonfähig gemacht: "FPÖ und BZÖ muss man aber tabuisieren".
    foto: derstandard.at/zielina

    Die rote Nationalratsabgeordnete Laura Rudas meint, Schwarz-Blau habe die Rechtsparteien erst salonfähig gemacht: "FPÖ und BZÖ muss man aber tabuisieren".

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