"Interessantes" Gespräch zwischen Pröll und Strache

06. Oktober 2008 12:50
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    Foto: apa/schneider

    Die beiden Politiker hatten den Termin des gemeinsamen Kaffeetrinkens im MAK kurzfristig ins Parlament verlegt. Publikum war nicht erwünscht.

ÖVP: "Weder Vereinbarungen noch Zusagen", aber Analyse des Wahlergebnisses - Strache sieht Abrücken von "Ausgrenzung" und will nun auch mit SPÖ, BZÖ und Grünen reden

Wien - Das "Vorstellungsgespräch" zwischen dem designierten ÖVP-Obmann Josef Pröll und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist aus Sicht Straches in guter Atmosphäre verlaufen, sagte er im Anschluss an das Treffen. Auch in der ÖVP zeigte man sich zufrieden: "Es war ein interessantes Gespräch", hieß es aus der ÖVP-Zentrale nach der 45-minütigen Unterredung.

Analyse der eingetretenen Situation

Eine mögliche Regierungszusammenarbeit sei kein Thema gewesen, betonten danach von beiden Seiten: "Es gab weder Vereinbarungen noch Zusagen, auch nicht über weitere Termine", wurde unterstrichen. Über den Inhalt des Gesprächs sei "ansonsten Stillschweigen vereinbart" worden, hieß es aus ÖVP-Seite. Immerhin: Man habe sich "mit der Analyse der nach dem Wahlergebnis eingetretenen Situation befasst" und habe "weiters festgestellt, dass die Regierungsbildung unter diesen Voraussetzungen nicht einfach wird".

Strache hatte indes den Eindruck, dass die ÖVP von ihrer "Ausgrenzung" der FPÖ abgehe und eine "atmosphärische Normalität" einkehre, sagte der FPÖ-Chef. Er bezeichnete den "Antrittsbesuch" Prölls als neuen ÖVP-Obmann als "politische Normalität". Strache hat nach Eigenangaben auch Prölls Hooligan-Sager aus dem Wahlkampf 2006 angesprochen (Pröll hatte die Freiheitlichen als "Hooligans" bezeichnet, Anm.). Pröll habe gesagt, dass das so nicht gemeint sei, was Strache als "Klarstellung" sieht. Strache habe zudem für die FPÖ festgelegt, dass eine Volksabstimmung über eine neue EU-Verfassung "unverzichtbar" sei.

Strache: "Ausgrenzung vorbei"

"Atmosphärisch" habe er jedenfalls das Gefühl gehabt, dass trotz des "ÖVP-Bünde-Korsetts" die Ausgrenzung vorbei sein müsse, ortete Strache ein "neues Politkapitel" und eine neue politische Kultur und "Bereitschaft des Miteinander". Man sei "am richtigen Weg".

In den kommenden Tagen stehen für Pröll weitere Vorstellungsgespräche an: Morgen, Dienstag mit dem BZÖ, voraussichtlich am Donnerstag mit der neuen Grünen Bundessprecherin Eva Glawischnig. SPÖ-Chef Faymann seinerseits wird voraussichtlich nach der Erteilung des Regierungsbildungsauftrags am Mittwoch von sich aus eine Einladung an Pröll aussprechen.

"Nicht medienöffentlich"

Publikum war beim Treffen Pröll-Strache am Montag übrigens ausdrücklich nicht erwünscht: Wegen des regen Medieninteresses hatte die ÖVP noch in der Früh trocken mitgeteilt, der Termin sei "nicht medienöffentlich". Das Treffen wurde vom Cafe im Museum für Angewandte Kunst (MAK) ins Parlament auf neutralen Boden verlagert. Kaffee gab es nicht, dafür Orangensaft und Wasser.

Strache will mit Chefs von SPÖ, BZÖ und Grünen reden

Nach dem Treffen mit dem designierten ÖVP-Obmann Josef Pröll lädt jetzt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache selbst alle Parteichefs zu Gesprächen ein. Er werde ab heute entsprechende Einladungen aussprechen, sagte Strache am Montag. Auf seiner Liste stehen neben BZÖ-Obmann Jörg Haider auch die neue Grünen Bundessprecherin Eva Glawischnig und SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann, auch wenn letzterer die FPÖ ausgrenze, so Strache.

"Gesprächskultur wahren"

Sinn der Unterredungen sei es, die "Gesprächskultur zu wahren" sein. Es gehe um den direkten Kontakt, den Umgang miteinander und darum, sich ein Bild zu machen. Besprechen will Strache unter anderem das Wahlergebnis.

Empört zeigte sich Strache über die Äußerungen von Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) am Wahlabend, der von "Koffern" und "Scheiße" gesprochen und "die Rechtspopulisten ganz bewusst mit den Nazis" verglichen hatte. Strache finde das eines Bürgermeisters "nicht würdig" und bezeichnete Häupl als "rücktrittsreif". (APA)

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Annie K.
07.10.2008 13:49

unser michael nennt die dinge halt noch beim namen

Antaios
08.10.2008 09:59
ein Kofferscheisser

pfui mir graust...

Annie K.
07.10.2008 13:48

da wär strache das erste mal im mak gewesen, und auch diese chance der bildung ist vorbei

Ein Mahner
07.10.2008 13:20
Konzentrationsregierung aller im Parlament vertretenen Parteien

wäre die Lösung. Und wenn jemand dann jammert, es gäbe keine Opposition mehr, dem kann ich beruhigt sagen: es gibt keine wirksamere Opposition, als die aus den eigenen Parteien.

Alriff Jetsam
07.10.2008 14:00

Wäre sofort dafür!!
Aber so, wie ich unsere Politiker kenne, würde das leider nix werden. Die stimmen ja EXTRA für NEIN, weil nicht sie auf die Idee gekommen sind, also muss das schon mal schlecht sein, um es dann ein paar Wochen später etwas umformuliert als eigene Idee zu verkaufen.
Und da ist es leider egal ob rot, schwarz, blau, orange, grün. Da sind sich alle sehr ähnlich. :(

sigyn
07.10.2008 13:38
Interessant, diplomatisch und so optimistisch.

Allparteienregierung mit diesem bunten Flohsack?? Wie soll das gehen..?

Btw - um ihre Erfahrungswerte beneide ich Sie ja grad nicht ;)

A.B. Artig
 
07.10.2008 12:58

Es verwundert immer wieder, wie die leidige Täteropferumkehr reibungslos funktioniert: die ÖVP, die - auf Parteilinie der FPÖ- auf guten Deutschkenntnissen der Zuwanderer besteht, hat Entscheidendes dazu beigetragen, Förderkurse für Migrantenkinder in den Volksschulen auf ein untragbares Minimum herunterzufahren.Das nur unter vielen anderen Erschwernissen im Bildungsbereich, die eigentlich nur einer gutbetuchten Klientel, deren Nachwuchs in Privatschulen /kurse geht, keine Nachteile erbringen.Die Deutschkurse, nach denen FPÖ und ÖVP nun krähen, gibt es übrigens (verpflichtend) sowieso, nur die, die noch keinen Bescheid haben, dürfen keine besuchen.-p.s. auch dieser Beschluss basie zu einem Gutteil auf Gesetzgebung der schwarzblauen Periode.

creutzfeldt
07.10.2008 04:43
- - -

Pröll is eben auch nur ein machtgeiler Schwarzer. Naja, warum auch nicht.

Hubert Ungeist
07.10.2008 07:48
Und was ist Faymann?

Ein Idealist?

Bruhahahahaha

SUSI_R
07.10.2008 09:41
WER hat definitiv was ausgeschlossen?

beos
07.10.2008 12:37

Tut mir Leid aber das Ausschließen vor der Wahl war ein kompletter Blödsinn der SPÖ. Jetzt ist sie der ÖVP komplett ausgeliefert.

Ava Tar
07.10.2008 00:25
ausschau'n tun's eher als hättens Krawattn tauscht

schaut die Hemdfarb vom Strach nur am Foto so zahnschmelzgelb aus ?

SCANone
06.10.2008 22:53
wie soll das gehen?

wegen der Volksabstimmung hat die ÖVP ja gerade die Neuwahlen (offiziell) asugerufen...und die FPÖ kann sich nicht leisten im Thema Volksabstimmung nachzugeben.

Was nun? eigentlich eh egal wer uns in die nächsten bitteren 5 Jahre des Wirtschaftsniedergangs führt...

misfits74
 
06.10.2008 22:51
schwarzblauorange

jedem die regierung die er verdient. Ösiland, Du hast es vermasselt. again.

NONE
07.10.2008 08:17

Piefje go home. Dann darfst du auch Soldat spielen in fremden Ländern oder dich über die "Linke" ärgern. Schau auch zuerst mal das du aus der NATO rauskommst und die US Militärbasen schliesst in good old germany - aber das Wahlergebnis geht doch wirklich nur die an, die wahlberechtigt sind, und niemandem sonst.

misfits74
 
08.10.2008 12:32
ich bin Ösi im Piefkeland

und ich hab gewählt!

readymate
06.10.2008 22:51
Was für eine "eingetretene Situation"...!

Hatten wir die nicht schon 2000...?

.

holunda
06.10.2008 22:44

zufall, dass schwarzblau orangensaft trinken???

Josef Pepi
06.10.2008 22:44

Sehe nur ich das so, oder gibt es noch "Gleichgesinnte". Ich finde die ÖVP hat die größte wirtschaftliche Kompetenz (sie setzt ihr Talent aber nur einseitig ein - nett formuliert) - wenn ich aber daran denke, dass ein Strache (ein Zahnartzttechniker) ein wichtiges Ministeramt bekleidet und als Zahnartzttechniker Menschen im Land einfach mal so nebenbei erklärt wie Volks- und Wirtschaftswissenschaften funktionieren wird mir ganz schwindlig. Das halbe BZÖ besteht auch aus nur Lehrlingen die mal einen Anzug tragen wollen aber keine Ahnung haben von dem worüber sie regen wollen. Unglaublich, dass 30% der Wähler diese Parteien für kompetent halten einen Staatsapparat führen zu können.

Postdemokratische Konsumleiche
07.10.2008 10:15
"Kompetenz"

kann man mieten.

Die muss man nicht selber haben.

Ein Minister ist nur der Watschenmann an der Front.

Beobachter zweiter Ordnung
06.10.2008 22:40
es ist ein nicht lernfähiges land mit nicht lernfähigen parteien.

weder die roten noch die schwarzen lernen offenbar aus ihren verlusten. was muss noch passieren? die roten wissen nicht, ob sie alte nazis zum parlamentspräsidenten wählen sollen, die schwarzen wollen sich wieder von den braunen zum kanzler machen lassen. ES REICHT! österreich soll KÖLN werden!

Unabhängige Presse
06.10.2008 22:27
Würde mich nicht wundern, wenn die Kleinpartei ÖVP

sich vom rechten Block ins Kanzleramt hieven lässt.

Ich bin der Meinung...
06.10.2008 23:06
Warum nicht?

Schließlich gab es schon mal einen "genialen Taktierer", der nun als einfacher Abgeordneter das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten für seine Partei miterleben musste, während der von Ihm angeblich "gezähmte" ein furioses Comeback feiert und - vereint sogar die Nr. 1 wäre.

eine kleine dezime
06.10.2008 22:27

Suprise, Suprise!
Wie lange die Regierungsverhandlungen wohl diesmal dauern werden?

Mahatma Mahatmaned
06.10.2008 21:55

Schwarz - Blau - Orange wär ein Hit

dann würds wieder Spaltungen geben Blau-Braun und Orange-Rosa und das Parlament wird immer bunter

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