Neuer Superlativ in Genf: Weltweit größter Rechnerverbund am Netz

3. Oktober 2008, 13:00
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GRID soll die benötigte Computerleistung für die Auswertung des Experiments samt den riesigen Datenmengen gewährleisten

Genf - Rund drei Wochen nach Beginn des größten Experiments der Menschheit haben die Physiker vom Europäischen Teilchenphysiklabor CERN am Freitag eine weitere Unternehmung gestartet, die nach einem Superlativ verlangt: Sie haben in Genf einen weltweiten Verbund von Rechnern und Rechenzentren mit dem Namen GRID (englisch für Netz) in Betrieb genommen, der die benötigte Computerleistung für die Auswertung des Experiments zur Verfügung stellen soll.

Die riesigen Datenmengen, die man sich vom Betrieb des neuen "Large Hadron Collider" (LHC) erhofft, werden so überall auf der Welt verteilt und ausgewertet. Mit ihrem Experiment sind die Forscher unter anderem dem Urknall bei der Entstehung des Universums sowie unbekannter Atomteilchen auf der Spur.

Wenn der LHC, der bis Frühjahr wegen einer Panne im Kühlsystem ausfällt, erst einmal läuft, wird er rund 5.000 Wissenschaftern in 500 Forschungsinstituten weltweit Daten liefern. Diese unvorstellbar große Zahl - 15 Millionen Gigabytes im Jahr, was etwa 20 Millionen CDs entspricht - soll in 33 Ländern ausgewertet werden, da das CERN dies weder bewältigen noch speichern kann. (APA/dpa)

  • Bei einer Betriebstemperatur von minus 271,3 Grad rasen bei Genf
unterirdisch fast mit Lichtgeschwindigkeit Atomkerne auf einer 27
Kilometer langen Kreisbahn aufeinander zu. Beim Aufprall werden die
Daten frei, die von vier riesigen Detektoren erfasst und über GRID
weiter geleitet werden.
    Foto: APA/AP/KEYSTONE/Martial Trezzin

    Bei einer Betriebstemperatur von minus 271,3 Grad rasen bei Genf unterirdisch fast mit Lichtgeschwindigkeit Atomkerne auf einer 27 Kilometer langen Kreisbahn aufeinander zu. Beim Aufprall werden die Daten frei, die von vier riesigen Detektoren erfasst und über GRID weiter geleitet werden.

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