Harvard ist Nobelpreis-Hochburg

5. Oktober 2008, 12:37
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Rennomierte Universität führt mit 24 Geehrten vor der kalifornischen Caltech - Nach Österreich gingen bislang vier Auszeichnungen

Wien - Mit den prestigeträchtigen Nobelpreisen werden vor allem Wissenschafter und ihren Errungenschaften geehrt. Doch Glanz fällt auch auf die hinter den Forschern stehenden Einrichtungen, nicht zuletzt wird die Zahl der Nobel-Laureaten bei Uni-Rankings ins Kalkül gezogen. Unter jenen Universitäten, die sich bisher auf Preisträger berufen können, ist laut Nobel-Stiftung klar die renommierte Harvard University in Cambridge (USA) mit 24 Geehrten die nobelpreisreichste.

US-Forschung in Pole Position

Im Jahr 1901 wurden erstmals die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Literatur sowie der Friedensnobelpreis vergeben (die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften existiert seit 1969). Insgesamt haben bisher 777 Einzelpersonen und 20 Organisationen (nur als Träger von Friedens-Nobelpreisen) den begehrten Preis erhalten.

An zweiter Stelle der rund 320 aufgelisteten Einrichtungen - gezählt wurde jeweils die Uni-Zugehörigkeit zum Zeitpunkt der Preiszuerkennung - liegt das California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena (USA) mit 17 Ausgezeichneten. Es folgen mit jeweils 16 Nobelpreisträgern das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, die Stanford University (beide USA) sowie die Cambridge University in Großbritannien.

Eine Vormachtstellung bei den Wirtschaftswissenschaften demonstriert die University of Chicago (USA) mit insgesamt zehn Nobelpreisträgern in diesem Bereich, dabei erging der Preis zwischen 1990 und 1993 gleich viermal hintereinander an Mitarbeiter der Hochschule (15 Preisträger über alle Kategorien).

Preise für Medizin, Chemie und Physik nach Österreich

In der Aufstellung der Nobelstiftung werden drei österreichische Universitäten und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) angeführt, deren Mitarbeiter den Nobelpreis erhalten haben - wobei der Schwerpunkt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegt: Die Uni Wien zählt demnach mit Robert Barany und Julius Wagner-Jauregg zwei Medizin-Nobelpreisträger aus den Jahren 1914 bzw. 1927, die Uni Graz mit Fritz Pregl einen Chemie- (1923) und mit Otto Loewi einen Medizin-Nobelpreisträger (1936) sowie die Uni Innsbruck mit Victor F. Hess einen Physik-Nobelpreisträger (1936). Konrad Lorenz, 1973 mit dem Medizin-Nobelpreis (korrekt: Nobelpreis für Physiologie oder Medizin) geehrt, wird in der Aufstellung der ÖAW zugerechnet.

Die Universitäten selbst schmücken sich aber gerne mit weiteren Nobelpreisträgern, die an der eigenen Einrichtung im Laufe ihrer Forschungstätigkeit tätig waren. So etwa im Fall von Hess, Entdecker der kosmischen Strahlung, den neben der Uni Innsbruck auch die Grazer und Wiener Uni unter "ihren" Preisgekrönten anführt.

Einstige deutsche Dominanz

Im ersten Jahr der Nobelpreis-Vergabe räumten laut Aufstellung der Nobel-Stiftung vor allem deutsche Einrichtungen ab: Der Medizin-Preis ging 1901 an Emil von Behring von der Universität Marburg, in der Physik wurde Wilhelm Conrad Röntgen von der Uni München und in der Chemie Jacobus H. van 't Hoff von Universität Berlin geehrt. Im Gegensatz zu der damaligen Dotierung von 150.782 schwedischen Kronen pro Auszeichnung warten heuer wieder zehn Mio. Kronen (1,028 Mio. Euro) in den jeweiligen Kategorien auf ihre Vergabe.

Diesjährige Bekanntgaben

Am Montag, 6. Oktober wird der Nobelpreis-Reigen mit der Bekanntgabe des Medizin-Preisträgers eröffnet. Es folgen die Bekanntmachung des Physik- (7.10.), Chemie- (8.10.) und Friedens-Nobelpreises (10.10.). Das Geheimnis um den heurigen Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften wird am 13. Oktober gelüftet. Der Literatur-Nobelpreis wird heuer am 9. bekanntgegeben. Überreicht werden die Nobelpreise traditionsgemäß jeweils am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. (APA)

  • Die Eliten-Schmiede Harvard hat  auch beim renommiertesten Wissenschaftspreis die Nase vorne.
    Foto: APA/EPA/MATT CAMPBELL

    Die Eliten-Schmiede Harvard hat  auch beim renommiertesten Wissenschaftspreis die Nase vorne.

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