Kristallene Schwergewichtler

2. Oktober 2008, 12:50
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Satch Hoyt und seine erste Einzelausstellung in der Galerie Steinek in Wien

Satch Hoyt hat schon im Musical "Hair" getanzt, Gedichte mit Louise Bourgeois verfasst und gemeinsam mit Grace Jones "The Key to Funky" komponiert. In seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie Steinek erweist er mit Skulpturen, Zeichnungen und Installationen amerikanischen Schwergewichtlern die Ehre.

Neben seiner Tätigkeit als Tänzer, Musiker und Komponist hat Satch Hoyt auch eigene Kunst produziert: 1957 in London geboren, spielte seine "weiß-britische und afrikanisch-jamaikanische" Abstammung in seinen Skulpturen, Zeichnungen und Objekten immer eine wichtige Rolle, und auch in seiner aktuellen Schau thematisiert er die schwarze Diaspora und die damit zusammenhängenden Identitätskonstruktionen: In seinem Zyklus "DonKingDom" stehen berühmte Boxchampions wie Joe Louis, Sugar Ray Robinson oder Floyd Patterson im Zentrum, die er einerseits mit Mini-Boxhandschuhen nachgebildet hat, während er ihre wuchtigen Körper andererseits auf Zeichnungen auch sehr verletzbar und feingliedrig präsentiert.

Über Kopfhörer sind Rap-Songs zu hören, und an den Wänden hängen Basketballkörbe, die - mit Swarovski-Kristallen bestückt - vom Ruhm der Boxer erzählen, die zu Symbolen der Selbstermächtigung wurden. Einem ähnlichen Zweck dient eine interaktive Installation, die Satch Hoyt in Form eines Rednerpultes auf Kunst- und Kulturbüchern aufgebaut hat: "Say it loud" titelt die Arbeit, die sich auf den berühmten Song von James Brown bezieht und gerade aufgrund ihrer Einfachheit und Fragilität dem Recht auf freie Meinungsäußerung ein sehr schönes Denkmal setzt. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.10.2008)

Galerie Steinek, 1010 Wien, Eschenbachgasse 4. Bis 8. 11.

Link: www.galerie.steinek.at

  • Der Champion als Motiv für Satch Hoyt.
    foto: galerie steinek

    Der Champion als Motiv für Satch Hoyt.

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