Werber mit Vorsicht ins nächste Jahr

1. Oktober 2008, 18:39
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Der ORF kürzt seine Werbepreise um 15 Prozent - Ein fälliges Signal, finden die Chefs der Mediaagenturen - Das Werbejahr 2009 sehen sie im STANDARD-Rundruf nicht gerade rosig

"Wir spüren nicht so, wenn die internationalen Multis bremsen": Paul Schauers Media Austria gehört heimischen Unternehmen von Telekom bis Lotterien, entsprechend österreichisch die Kundenstruktur der Mediaagentur.

Also ist Schauer auch "nicht so pessimistisch" für das kommende Werbejahr 2009. "Kein Zweckoptimismus", betont er. Er hoffe, dass sich Europas Wirtschaft als "relativ stabiler Faktor" erweist, trotz US-Finanzkrise. Und: "Wir haben derzeit nur mit Erwartungshaltungen zu tun" , in Österreich sei "kein Einbruch ablesbar".

Kein Einbruch, aber von Wachstum auch keine Rede mehr in den Daten der Werbebeobachter von Focus: Sie sehen im August nur noch brutto 1,4 Prozent Plus gegenüber August 2007.

"Unsere Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass Krisen aus den USA meist nur abgeschwächt nach Österreich kommen" , erklärt Mindshare-Chefin Friederike Müller-Wernhart: "Allerdings vermuten wir, dass das kommende Jahr noch davon betroffen sein wird."

"Flacht massiv ab"


Nicht erst 2009, betont Joachim Feher, Chef der branchengrößten Mediacom: "Im vierten Quartal flacht es massiv ab, und das wird auch 2009 so weitergehen." Viele Budgets würden nicht halten. Und "Auftraggeber sind enden wollend, die antizyklisch investieren" .
Naturgemäß im Finanzsektor, aber auch bei der Werbung für Investitionsgütern wie Autos, verweist Maurizio Berlini (Zenith Optimedia) auf eine "Delle" : Die Branche gehe "mit Vorsicht ins nächste Jahr, das Klima ist nicht gerade rosig".

"Werbebudgets sind kurzfristig kürzbar und werden als Erstes gekürzt" , weiß Xavier Reynaud - "ob das nun sinnvoll ist oder nicht." Der Chef der Initiative Media: "Wir spüren das noch nicht, aber für 2009 planen alle sehr vorsichtig."

Wenn 2009 "knapp an den Zahlen für 2008 bleibt, können wir glücklich sein" , sagt Gerhard Altmann (Media 1). Ohne EURO und Wahlen wäre das Werbevolumen schon heuer zurückgegangen. Nun werde die Branche "wie geplant stagnieren" bis Ende des Jahres.
Da widerspricht Schauer: Dass etwa die Werbeeinnahmen des ORF 22 Millionen unter Plan blieben, liegt für ihn an der Zurückhaltung gerade wegen der EURO. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 2.10.2008)

 

  • Mit Sorgenfalten Richtung 2009: Die Finanzkrise trifft naturgemäß die Werbeausgaben.
    foto: cuhaj

    Mit Sorgenfalten Richtung 2009: Die Finanzkrise trifft naturgemäß die Werbeausgaben.

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