Asha Hagi: Kämpferin für Frauenrechte im Krisenstaat Somalia

1. Oktober 2008, 15:20
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Schon 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert

Nairobi/Stockholm - Die Somalierin Asha Hagi engagiert sich in ihrer von Gewalt und Anarchie zerrütteten Heimat am Horn von Afrika sei Jahren für die Rechte von Frauen. Als Abgeordnete des Übergangsparlaments ist sie auch am schwierigen und langwierigen Friedensprozess beteiligt, etwa an den derzeit in Dschibuti laufenden Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der Regierung und Teilen der islamischen Opposition. Zudem kämpft sie gegen Armut und Gewalt gegen Frauen und Kinder, die am meisten unter Flüchtlingselend, Hunger und Unsicherheit in dem ostafrikanischen Land leiden.

Asha Hagi, die bereits 2005 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, gründete 1992 die erste Organisation, die Clan- Grenzen in Somalia überwand. Dabei spielte auch ihre persönliche Lebenserfahrung in dem schon vor dem Bürgerkrieg von blutigen Streitigkeiten verfeindeter Clans zerrissenen Land eine Rolle: Der Clan ihrer eigenen Familie lehnte sie ab, weil sie einen Mann eines verfeindeten Clans geheiratet hatte. Der Clan ihres Mannes wiederum verdächtigte sie, eine feindliche Spionin zu sein.

"Mein einziger Clan ist das Frausein", sagt sie seitdem. Sie erreichte unter anderem, dass Frauen als Abgeordnete im Übergangsparlament sitzen können, anerkannt als "sechster Clan" in Somalia, das seit 1991 keine funktionierende Zentralregierung hat. (APA/dpa)

 

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    Asha Hagi, Preisträgerin des Right Livelihood Awards

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