Das Sicherheitsnetz für die Einlagen

1. Oktober 2008, 14:36
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Insgesamt haften fünf gesetzliche Garantiegesellschaften - zum Teil - für die insgesamt 148 Mrd. Euro, die Herr und Frau Österreicher an Spareinlagen haben

Die Einlagensicherung der österreichischen Banken hat in den vergangenen 13 Jahren in vier Fällen einspringen und zur Entschädigung 140 Millionen Euro aufbringen müssen und zwar in den Fällen BHI (1995), Diskontbank, Riegerbank (beide 1998) und Trigon Bank (2001). Eine größere Pleite war nicht darunter - und würde ohne staatliches Eingreifen auch kaum bewältigt werden können, wie Experten versichern. Insgesamt haften fünf gesetzliche Garantiegesellschaften (sechs inklusive Wertpapier-Gesellschaft).

Daneben gibt es aber noch selbstständige gesetzliche Haftungsgesellschaften für den Sparkassenbereich (inklusive Erste Bank, Bank Austria), Raiffeisen, die Volksbanken und die Hypothekenbanken. Die Sicherungseinrichtungen müssen sich wechselseitig Hilfe geben, wenn ein Problemfall die Kräfte einer Garantiegesellschaft überschreitet. Reicht auch die Hilfe der anderen Sektoren nicht aus, werden Anleihen begeben, die vom Staat garantiert werden. Eine offizielle Zahl, wie hoch die gesamte Einlagensicherung für die österreichischen Sparer ist (ohne Fremdkapital), gibt es nicht. Als Faustregel wird davon ausgegangen, dass etwa ein Viertel der Kundeneinlagen abgesichert ist.

In der Praxis

Durch die gesetzliche Einlagensicherung sind Spareinlagen - also Guthaben auf Sparbüchern oder Girokonten - bis zu 20.000 Euro pro Person gedeckt. Besitzt eine Person mehrere Konten bei einer Bank, sind ebenfalls nur die 20.000 Euro gedeckt. Besitzt eine Person ein Konto/Sparbuch bei der Bank X und eines bei der Bank Y bekommt sie im Fall eines Konkurses von beiden Banken auch zwei Mal jeweils die Höchstsumme von 20.000 Euro. Die Einlagensicherung gilt nicht für Fonds oder Zertifikate.

Institute wie etwa die ING-Diba sind Töchter eines deutschen Mutterinstituts und unterliegen der deutschen Einlagensicherung. In Deutschland gibt es ein System zur vollen Deckung der Spareinlagen, im Schadensfall müssen sich Sparer also an die deutsche Einlagensicherung wenden. Die jüngst in Österreich auf den Markt gekommene isländische Kaupthing Bank unterliegt der isländischen Einlagensicherung. Derzeit sind 20.870 Euro gesichert. Im Ernstfall müssen Sparer sich also an die isländischen Behörden wenden. Die beiden türkischen Banken Deniz-Bank und Vakif-Bank, die mit ihren Töchtern in Österreich vertreten sind (und die eine Bankkonzession haben) unterliegen ebenfalls der österreichischen Einlagensicherung. (APA/red)

 

Alle Details: Einlagensicherung

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    Das heimische Sicherheitsnetz: Durch die gesetzliche Einlagensicherung sind Spareinlagen - also Guthaben auf Sparbüchern oder Girokonten - bis zu 20.000 Euro pro Person gedeckt

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