Junge Tüftler im Wettstreit

30. September 2008, 20:11
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Schülerinnen und Schüler aus Europa kämpften zum 20. Mal um die begehrten Young Scientists Awards

Der Festakt fand ausgerechnet im Gebäude des Kopenhagener Zirkus statt. Immerhin: Keine Geringeren als der dänische Prinz Joachim sowie EU-Forschungskommissar Janez Potocnik gratulierten vergangenen Freitag den Gewinnern des EU Contest for Young Scientists, eines EU-Wettbewerbs für Nachwuchswissenschafter.

Potocnik betonte dabei - no na - die Wichtigkeit des Wettbewerbs für die Förderung zukünftiger Spitzenforscher Europas. "Außerdem können junge Menschen auf diese Weise die Freude an der Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg kennen lernen, ganz im Geiste des Europäischen Forschungsraums, den wir schaffen wollen", sagte Potocnik.

Insgesamt waren 87 Projekte aus 39 europäischen Ländern sowie aus Brasilien, Kanada, China, Mexiko, Neuseeland und den USA in Kopenhagen vertreten. Darunter drei Projekte aus Österreich, die sich durch ihren Sieg beim Jugend Innovativ Wettbewerb ihr Ticket nach Kopenhagen gesichert haben.

Die Fachbereiche reichten von Ingenieurwesen und Geowissenschaften über Biologie, Mathematik, Chemie, Physik und Medizin bis hin zu Computer- und Sozialwissenschaften. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten zwischen 14 und 21 Jahre alt sein.

Die drei ersten Preise, dotiert mit jeweils 7000 Euro, gingen an die Polin Magdalena Bojarska mit einem graphentheoretischen Projekt ("Hamiltonkreise in verallgemeinerten Halin Graphen"), an den Slowaken Martin Tkác und die britische Junggeologin Elisabeth Muller. Tkác' ingenieurwissenschaftliches Projekt soll das Kippen von Schüttgut im Schienenfrachtverkehr effizienter und vor allem sauberer gestalten. Elisabeth Muller aus Großbritannien wiederum untersuchte den vier Milliarden Jahre alten Mondmeteoriten namens MIL 05035.

Das beim EU-Nachwuchswettbewerb sonst von Erfolg verwöhnte Österreich musste sich dieses Jahr in Kopenhagen mit einem Sonderpreis zufrieden gegeben. Für seine "Originalität" vergab die Jury den Preis des Europäischen Patentamtes an Christoph Wiesinger. Der Maturant der HTL Braunau hatte in seiner Maturaarbeit einen Sensor entwickelt, der Restölgehalt auf Aluminiumbändern aufspürt, und hatte damit den nationalen Wettbewerb "Jugend Innovativ" (AWS) gewonnen.

Das Projekt kam in Zusammenarbeit mit dem Aluminiumwerk AMAG-Rolling zustande. Weitere österreichische Teilnehmer aus den Bereichen Umweltwissenschaften (HTL Braunau) und Biologie (HBLA Ursprung) gingen, trotz durchaus origineller und kreativer Ansätze, leer aus.

Erstmals wurde übrigens auch ein Preis für Internationale Zusammenarbeit vergeben. Er ging an ein neuseeländisches Projekt zu Bekämpfung von Gesichts-Ekzemen.

Gleichzeitig feierte man das 20-jährige Jubiläum des europaweiten Tüftler-Wettbewerbes. Seit der ersten Ausrichtung im Jahr 1989 in Brüssel hat sich freilich nicht nur der Frauenanteil unter den teilnehmenden Jungforschenden signifikant erhöht.

Auch die Zusammenarbeit der Schüler mit Universitäten oder der Industrie sei gewachsen, resümiert der dänische Organisator Ryan Holm, der selbst bereits zum 20. Mal mit dabei war. "Die Projekte sind professioneller geworden, die nationalen Institutionen unterstützen mehr - und die Schüler werden jedes Jahr besser." (Erika Müller aus Kopenhagen/DER STANDARD, Printausgabe, 1.10.2008)

Anmeldungen für den nächsten Jugend Innovativ Wettbewerb sind ab 1. Oktober möglich.

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  • Der dänische Prinz Joachim und Gattin Marie lassen sich von Europas Nachwuchsforschenden belehren.
    foto: ricardo ramirez/europäische kommission

    Der dänische Prinz Joachim und Gattin Marie lassen sich von Europas Nachwuchsforschenden belehren.

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