Wein & Co sucht für Schritt nach Deutschland Partner

30. September 2008, 19:07
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Der Umsatz steigt auf 42 Millionen Euro, die Gewinne sinken. Das Experiment Nichtraucherlokal ist Geschichte

Wien - Wenn er eine Idee habe, sei er besessen davon, den Hut auf etwas zu werfen liege ihm nicht, sagt Heinz Kammerer. Besessen ist der Wein & Co-Eigentümer davon, "guten Wein für alle leistbar zu machen". Es habe in den vergangenen 15 Jahren immer wieder harte Zeiten gegeben, erinnert er sich. Aber nun habe sein Betrieb die richtige Größe erreicht. Und der Anteil an österreichischem Wein in seinen Regalen liege nicht mehr nur bei 30 Prozent - wie in den ersten Jahren der Firma -, sondern bei 70 Prozent.

Wein & Co führt mit 220 Mitarbeitern 16 Filialen und fünf Weinbars. Der Umsatz im eben abgelaufenen Geschäftsjahr stieg um zehn Prozent auf 42 Mio. Euro, acht bis zehn Prozent werden über den Online-Verkauf erzielt. Der Gewinn halbierte sich auf eine Mio. Euro. Der Grund dafür seien Investitionen in neue Standorte und schmälere Margen, sagt Kammerer.

Wein & Co eröffnete heuer Bars in Graz und Salzburg. Dass vor allem die Steirer anderen Weinkonsum pflegen wie die Wiener, musste er erst lernen, seufzt er. Den Grazern liege eben der glasweise Genuss teurer Weine weniger, die After-Work-Szene fehle. Darauf müsse man sich halt einstellen.

Kaum Potenzial in Österreich

An großangelegte Expansion in Österreich denkt der Weinhändler ohnehin nicht mehr. Eine Regioplan-Studie habe noch Potenziale in Wien-West und Linz aufgezeigt. Dann sei der Markt gesättigt. Wachsen will Wein & Co auf jeden Fall in Wien: In der Mariahilfer Straße soll 2010 auf 1000 Quadratmetern ein Flagship-Store entstehen.

Seit Jahren im Raum steht der Schritt nach Deutschland. In der jetzigen Aufstellung sei das jedoch nicht möglich, räumt Kammerer ein. Ihm fehle die Kapazität dafür, und schließlich mache es auch nur Sinn, wenn man auf einen Schlag zehn bis 20 Läden eröffnen könne. Kammerer will sich für das Projekt nun deutsche Partner suchen.

Kein Glück hat ihm die Förderung der Nichtraucher gebracht. Sie gingen um zehn schlafen, dann seien die Bars leer, sagt er. Künftig darf also wieder geraucht werden. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Printausgabe, 1.10.2008)

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