Gurkha-Kämpfer gewinnen Streit um Recht auf Niederlassung

30. September 2008, 18:49
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Alle früheren nepalesischen Söldner bekommen dieselben Rechte

London - Frühere nepalesische Kämpfer der britischen Armee, die Gurkhas, haben ihren Streit um das Recht auf Niederlassung in Großbritannien gewonnen. Nach einem zweijährigen Rechtsstreit (derStandard.at berichtete) urteilte das Oberste Gericht in London am Dienstag abschließend, dass sich alle Gurkhas in Großbritannien niederlassen dürfen, wie einer der Anwälte der Ex-Soldaten am Dienstag mitteilte. Bisher durften sich nur diejenigen Gurkhas in Großbritannien niederlassen, die nach 1997 aus der Armee ausgeschieden waren, weil der Stützpunkt der Gurkhas in dem Jahr von der damals abgetretenen britischen Kronkolonie Hongkong nach England verlegt wurde.

"Heute haben wir für die tapferen Gurkha-Veteranen aus Nepal einen unglaublichen und historischen Sieg errungen", sagte der Anwalt. "Das ist ein Sieg, der die Ehre und Würde dieser verdienstvollen Soldaten wiederherstellt, die in der Armee ihrer Majestät treu dienten." Von dem Urteil dürften rund 2.000 frühere Gurkhas betroffen sein. Alle anderen ausländischen Soldaten der britischen Armee hatten bereits das Recht, sich nach vierjähriger Dienstzeit irgendwo auf der Welt in Großbritannien niederzulassen.

Richter Nicholas Blake unterstrich die "moralische Ehrenschuld", die Großbritannien gegenüber den Gurkhas trage, die sich in ihren tapferen Kämpfen Wunden zugezogen hätten und stets loyal gegenüber der Krone gewesen seien.

Während der beiden Weltkriege kämpften insgesamt etwa 200.000 Gurkhas für die britische Armee. Heute zählen die britischen Streitkräfte noch 2500 dieser nepalesischen Soldaten, die für ihren Mut und ihre grausamen Kampftechniken bekannt sind. Sie sind unter anderem in Afghanistan und im Irak im Einsatz. Die Gurkhas haben in Großbritannien auch vor Gericht darum gekämpft, bei den Pensionen mit ihren britischen Kameraden gleichgestellt zu werden. (APA)

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