Duce-Enkelin: "FPÖ nicht rechtsextrem"

30. September 2008, 17:49
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Italiens Ultrarechte jubeln über den Wahlerfolg Straches

Italiens Faschisten bejubeln den Wahlsieg der Rechten in Österreich. Die Duce-Enkelin Alessandra Mussolini äußerte Genugtuung über den „überwältigenden Erfolg" von Heinz-Christian Strache, den sie auf einer Tagung in Wien „kennen und schätzen gelernt" habe. Dabei sei es darum gegangen, „die Schleusen in Europa dichtzumachen".

Es sei ein „Irrtum, die FPÖ als rechtsextreme Partei zu definieren", erklärte die Nachfahrin des italienischen Diktators Benito Mussolini dem Standard. Es handle sich um eine „neue Volkspartei" mit einem Programm, das sich radikal von dem traditioneller Parteien unterscheide. Der Wahlerfolg der Rechten demonstriere, dass „eine wachsende Zahl von Wählern den Kampf für mehr Sicherheit und gegen die schleichende Überfremdung" teile. Alessandra Mussolini ist Gründerin und Vorsitzende der ultrarechten Bewegung Alternativa Sociale.

Die rechtsextreme Organisation Forza Nuova preist „den Triumph der radikalen Rechten" als Ereignis von historischer Bedeutung und Geburtsstunde einer neuen Vision Europas." Der Sieg beweise die „Gültigkeit von aktuellen Themen wie Islamisierung und Immigration" die einen „gemeinsamen Kampf" erforderten, sagte Parteichef Roberto Fiore zum Standard. „Viele Forderungen Straches sind mit unseren deckungsgleich - etwa die Aufhebung des Schengen-Abkommens und die Schließung der Moscheen", versicherte der 49-jährige Hardliner. Daher sei es kein Zufall, dass ein Vertreter der FPÖ am kommenden Wochenende am jährlichen „Aktionscamp" von Forza Nuova in Rom teilnehme.
Eine Meldung der Tageszeitung La Repubblica, wonach es sich dabei um den Parlamentarier Gerhard Kurzmann handle, wollte Fiore nicht bestätigen: „Der Name steht noch nicht fest."

Straches großer Erfolg beweist laut Fiore, wie rasch sich Europa ändere. „Berlusconi und Sarkozy genügen nicht mehr. Viele Europäer zeigen eine zunehmend nationale, soziale und anti-islamische Gesinnung." Fiore, der als Europaparlamentarier „enge Kontakte zu Andreas Mölzer (FPÖ-Europaabgeordneter) pflegt", hatte sich 1980 einem Haftbefehl wegen subversiver Tätigkeit durch die Flucht nach England entzogen und war erst 1999 nach Italien zurückgekehrt.

Jugendliche Anhänger

Der militante Abtreibungsgegner, der die Rückkehr zu dem von Benito Mussolini mit dem Vatikan vereinbarten Konkordat von 1929 fordert, ist Vater von elf Kindern. Die meist jugendlichen Anhänger seiner Bewegung sind vor allem in den Fankurven der Fußballstadion aktiv, wo sie oft durch rechtsextreme und antisemitische Slogans auffallen.

Zu den „acht Punkten für den nationalen Wiederaufbau", die Forza Nuova vorgelegt hat, gehören die Abschaffung der Abtreibungsgesetze, ein „sofortiges Einwanderungsverbot mit humaner Rückführung der Immigranten", ein Verbot von Freimaurerei und Sekten sowie die Ausmerzung des Zinswuchers. (Gerhard Mumelter aus Rom/DER STANDARD-Printausgabe, 1. Oktober 2008)

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    Alessandra Mussolini: "Die Grenzen für Europa dicht machen".

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