Zentrales Afrika-Kommando der US-Streitkräfte sitzt in Stuttgart

30. September 2008, 17:24
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Kein Afrikanischer Staat wollte das Africom-Hauptquartier beherbergen

Dakar  - Die US-Streitkräfte bündeln alle Einsätze in Afrika künftig unter einer zentralen Kommandostruktur. Africom soll die bisher auf verschiedene Regionalkommandos zersplitterten Missionen ab dem  Mittwoch aus einer Hand führen. Das Vorhaben ist in Afrika jedoch höchst umstritten. Viele Staaten fürchten eine stärkere Einmischung und Durchsetzung der US-Interessen. Zudem fürchten viele, die USA wollten ihren sogenannten Kampf gegen den Terror in Afrika ausbauen. Auch in den USA ist das Projekt umstritten.

Die Africom-Kommandeure erklären hingegen, die zentrale Struktur werde eine bessere Berücksichtigung der afrikanischen Interessen ermöglichen und reflektiere den US-Willen zum langfristigen und intensiveren Engagement auf dem Kontinent. Bislang wurden die US-Militäreinsätze und Trainingsmissionen in Afrika unter anderem von den Kommandozentralen geführt, die auch die Einsätze im Irak und in Afghanistan befehligen. Africom wird eine US-Militärbasis in Dschibuti übernehmen, wo derzeit 1.800 Soldaten stationiert sind. Wegen der Unbeliebtheit des Vorhabens in Afrika wurde das Africom-Hauptquartier allerdings zunächst in Stuttgart eingerichtet.

Die Skepsis der Abgeordneten im US-Kongress überwog bei einer Debatte am Wochenende, das Africom-Budget 2009 wurde um ein Drittel auf 225 Millionen Dollar zurechtgestutzt. Zudem muss das Verteidigungsministerium bis zum 1. April erklären, wie das Kommando verbessert werden soll. Bislang habe das Konzept ernsthafte Schwachstellen, erklärten vor allem Demokraten.

Der stellvertretende Africom-Kommandeur für Militäreinsätze, Vizeadmiral Robert Moeller, erklärte telefonisch aus Stuttgart, "ein sicheres und stabiles Afrika ist sehr, sehr stark im strategischen amerikanischen Interesse". Die USA würden mit den Partnern in Afrika vertrauensvoll zusammenarbeiten. Die USA beziehen inzwischen mehr Öl aus dem westafrikanischen Golf von Guinea als aus dem Persischen Golf. (APA/AP)

Links

International Herald Tribune/AP: Controversial US Africa command launches

Africom.mil

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