Die Kur für "fat cats"

30. September 2008, 15:17
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Die Diagnose ist simpel, die Kur muss erst gefunden werden und Investmentbanker haben ihren astronomischen Bonus bereits kassiert

Die Diagnose ist simpel, die Kur muss erst gefunden werden: Investmentbanker haben ihren astronomischen Bonus für das kassiert, was der Keim des Zusammenbruchs des angelsächsischen Banksystems ist: Kurswerte aufblasen, Risken auslagern, Hebel (leverage) ansetzen. Das Problem waren und sind nicht hohe Gehälter, sondern Zigmilliarden Bonuszahlungen für Kurzfristigkeit, für die größtmögliche Hybris und die größtmögliche Gier.

Noch-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer rief nach mehr Regulierung: Der Welthandel mit der WTO sei ungleich regulierter als die viel mächtigeren "Rainmakers". Hilft Regulierung gegen die "fat cats" und ihr System des Abcashens, das auf dem Rücken der Steuerzahler zwecks Reparatur gelandet ist? Kaum, das hat sich gezeigt. Risken werden bedeckt oder offshore ausgelagert.

Aber: Wie sollen Investmentbanker und Händler für tatsächliche Performance belohnt werden? Wie kann Nachhaltigkeit Eingang finden? Sollen die Aufsichtsbehörden Kennzahlensysteme vorgeben oder die Besetzung der Aufsichtsgremien diktieren, um perverse Bonuszahlungen zu verhindern? Das sind zentrale Fragen in der gegenwärtigen Krise. Die Kur liegt nicht auf der Hand. Aber sie sollte gesucht werden. (Karin Bauer/DER STANDARD, Printausgabe, 27./28.9.2008)

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