Ausschreitungen vor umstrittener Mülldeponie bei Neapel

30. September 2008, 15:07
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Soldaten mussten eingreifen, um circa 100 Demonstranten zu bremsen, die in das Gelände eindringen wollten

Bei einer Demonstration mehrerer tausender Menschen gegen die geplante Eröffnung einer Mülldeponie in Chiaiano, einem Vorort von Neapel, ist es am Dienstag zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Die Soldaten, die den Eingang der Mülldeponien kontrollierten, mussten eingreifen, um circa 100 Demonstranten zu bremsen, die in das Gelände eindringen wollten. Angeführt wurde der Protest von dem Ex-Bürgermeister einer Gemeinde nördlich von Neapel, der festgenommen wurde. Bei den Krawallen wurden zwei Personen ohnmächtig.

In Chiaiano sollen künftig insgesamt 700.000 Tonnen Müll abgeladen werden. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Öffnung der umstrittenen Deponie. Im Streit um die Deponie war es bereits im Mai zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und protestierenden Anrainern gekommen.

"Wir kämpfen, um unsere Region zu schützen"

Aus Protest gegen die geplante Eröffnung neuer Deponie im Großraum von Neapel ketteten sich 15 Bürgermeister von Gemeinden rund um die Vesuvstadt am Eingang des Regierungssitzes in Rom. "Wir kämpfen, um unsere Region zu schützen. Wir wollen nicht, dass Giftstoffe, die in den Deponien verstaut werden, die öffentliche Gesundheit belasten", sagte ein Bürgermeister.

Neapel ist von einer veritablen Müllkrise betroffen. Italien Ministerpräsident Berlusconi hat eine Serie von Maßnahmen angekündigt, um die Müllentsorgung wieder in Gang zu bringen. Anrainer hatten monatelang die Zufahrten zu den Deponien blockiert, da sie diese in ihrem Umkreis nicht haben wollten oder deren Ausweitung ablehnten. Inzwischen ist der Müll zwar von den Straßen verschwunden. Berlusconi hat jedoch eingeräumt, dass es etwa drei Jahre dauern werde, bevor das Problem durch neue Deponien permanent gelöst werden könne. (APA)

 

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