Junge Kärntnerin tagelang entführt - Fünf Monate bedingt für Mittäter

30. September 2008, 13:18
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19-Jährige mit Peiniger drei Tage durch Österreich unterwegs - Zu Oralsex mit fremdem Mann genötigt - Nicht rechtskräftig

Für Aufsehen hat im August 2008 der Fall einer 19 Jahre alten Kärntnerin gesorgt, die drei Tage lang in der Gewalt eines 18-jährigen Mannes quer durch Österreich reiste und mehrfach missbraucht worden sein soll. Am Dienstag wurde am Landesgericht Klagenfurt ein 17 Jahre alter Mittäter wegen "Unterlassung der Verhinderung einer kriminellen Tat" sowie Nötigung zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt. Er hatte laut Anklage unter anderem nicht eingegriffen, als die junge Frau gezwungen wurde, einen wildfremden Mann auf einer Hoteltoilette in Salzburg für fünf Euro oral zu befriedigen. Der Prozess gegen den Haupttäter findet in Kürze statt.

Das Trio war von Oberösterreich kommend am Salzburger Hauptbahnhof gestrandet. Um Geld für Nahrungsmittel aufzutreiben, wurde erst gebettelt, später soll dem Rädelsführer die Idee gekommen sein, sein Opfer an einen fremden Mann zu "vermieten".

Während das Opfer mit dem fremden Mann auf der Toilette war, habe man in der benachbarten WC-Anlage "eine geraucht". Die fünf Euro "Schandlohn" nahm im übrigen der Haupttäter an sich, um sein am Bahnhof in Spittal an der Drau stehendes Auto aufzutanken.

Mit Abschleppseil an die Anhängekupplung eines Autos angebunden

Zwei Tage später in Kärnten - das Trio war noch immer beisammen - banden die zwei jungen Männer ihr Opfer mit einem Abschleppseil an die Anhängekupplung eines Autos. Die Frau musste rund 20 Meter hinter dem Fahrzeug hertraben.

Warum der 17-Jährige dem Treiben zusah und nicht einschritt, konnte er am Dienstag nicht wirklich erklären. "Zum Schluss hat es mir aber gereicht", meinte der Angeklagte. "Sie sind ein kleines Rädchen in der Schweinerei, die da passiert ist. Es wird dringend notwendig sein, ihre Defizite aufzuarbeiten", meinte Richter Pasterk.

Kurz sagte auch das 19-jährige Opfer aus. Ihr sei gedroht worden, es werde "etwas passieren", wenn sie ihre Sache nicht gut mache, erzählte die junge Frau. "Der Angeklagte hat Handlungen geschehen lassen, die irgendwie jenseits sind", erklärte die sichtlich um Worte ringende Staatsanwältin Gabriele Lutschounig. Eine Diversion schloss die Anklägerin gleich vorweg "wegen Grauslichkeit" aus. Das Urteil lautete fünf Monate bedingte Haft. Der Bursche nahm das Urteil an, Lutschounig gab keine Erklärung ab. (APA)

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