Koalitionspartner verzweifelt gesucht

30. September 2008, 11:24
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Regierungsver- handlungen werden als schwierig eingeschätzt - Durchschnittlich 59 Tage bis Regierungbildung

Wien - Nach den starken Verlusten der Großparteien bei der Nationalratswahl am Sonntag werden schwierige und langwierige Regierungsverhandlungen erwartet. Mitspieler können diesmal neben SPÖ und ÖVP auch FPÖ, BZÖ und die Grünen sein. Schon im Vorfeld wurde betont, so rasch wie möglich zu einer neuen Koalition kommen zu wollen. Die durchschnittliche Dauer von Regierungsbildungen liegt in der Zweiten Republik bei 59 Tagen.

Die längste Spanne zwischen Wahl und Angelobung wurde an der Jahreswende 1962/63 erreicht. Alfons Gorbach (V) benötigte damals für eine Einigung mit der SPÖ 129 Tage. Bei der kürzesten Regierungsbildung ist Bruno Kreisky Rekordhalter, der 1975 - mit absoluter Mehrheit ausgestattet - für die Bildung seiner dritten Regierung nur 23 Tage gebraucht hatte.

Überdurchschnittlich lange gezogen haben sich die Bildungen der drei letzten Regierungen. Nach den Wahlen im Herbst 1999 wurde 124 Tage verhandelt, bis Wolfgang Schüssels schwarz-blaue Wenderegierung angelobt werden konnte. Zwei Jahre später - nach den vorverlegten Neuwahlen - wurde immerhin 96 Tage verhandelt, bis das Kabinett Schüssel II stand. Und bis zur Angelobung der Großen Koalition unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) dauerte das Warten 102 Tage. (APA)

 

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    Durchschnittlich 59 Tage dauert in Österreich (seit 1945) die Regierungsbildung nach Neuwahlen. Wie lange werden die Verhandlungen wohl 2008 dauern?

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