UniCredit nach Kurssturz wieder ausgesetzt

30. September 2008, 15:55
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Vorstandschef beruhigt - Schreiben an Mitarbeiter - "Keine Sorgen um System"

Rom - Bei seinem dritten Treffen innerhalb von zehn Tagen hat Italiens neu geschaffenes "Finanzstabilitätsforum" nur begrenzte Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf das Banken- und Versicherungssystem Italiens festgestellt. Den Angaben des Gremiums zufolge verfügen die italienischen Institute über ausreichend Geldmittel. Dem Forum gehören Vertreter der obersten Finanzbehörden an. Es trat am Dienstag zusammen, nachdem Italiens größte Bank UniCredit wegen starker Verluste am Montag und Dienstag jeweils stundenlang vom Handel an der Börse in Mailand ausgesetzt worden war.

Die Aktien der UniCredit sind am Dienstagnachmittag auf den tiefsten Stand seit Dezember 1997 gesunken. Die Aktie meldete ein Minus von 6,3 Prozent auf 2,692 Euro. Am Vormittag war die UniCredit-Aktie wegen starker Kurseinbrüche wieder zeitweise vom Handel an der Mailänder Börse ausgesetzt worden.

Der Generalsekretär des italienischen Bankenverbands FABI, Lando Sileoni, trat an, die Sparer zu beruhigen. "Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es in Italiens Bankenwelt keine Kündigungen. Bei UniCredit haben sich die Gewerkschaften mit dem Unternehmen über die Jobstreichungen geeinigt, die 1.800 mehr als die ursprünglich geplanten 5.000 sind", sagte Sileoni. Seiner Ansicht nach sei Alarm unter Kunden und Mitarbeitern der Gruppe unbegründet, da UniCredit nur indirekt von der internationalen Finanzkrise belastet sei.

Auch UniCredit-Vorstandschef Alessandro Profumo beruhigte in einem Schreiben die Mitarbeiter der Bank. "Wir sind absolut zuversichtlich, die Gruppe ist solide", wurde Profumo von der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zitiert.

Unbesorgt zeigte sich auch der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi. "Ich bin über die Zukunft nicht pessimistisch. Unser Finanzsystem ist weniger fragil als das amerikanische. Der Motor der italienischen Wirtschaft ist zwar unter Druck, aber nicht kaputt. Die Tatsachen beweisen, dass mit einer ernsthaften Arbeit und einer Politik, die konkret handelt und nicht nur redet, die Probleme gelöst werden können, wie der Fall Alitalia beweist", so Berlusconi.

"Das wirtschaftliche Umfeld bleibt schwierig. Niemand kann genau bewertet, wie lang und wie stark wir die Auswirkungen der US-Finanzkrise zu spüren sein werden, doch ich bin nicht pessimistisch über die Zukunft", so der Ministerpräsident. (APA)

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