Brot und Spiele: Rom plant Vergnügungspark á la Disneyworld

29. September 2008, 15:57
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Die Attraktion soll dem steigenen Touristenschwund entgegenwirken - Opposition dagegen

Rom - Ein Vergnügungspark für Touristen, in dem Besucher die Atmosphäre des alten Roms erleben können, spaltet die Ewige Stadt. Der Park im Stil von Disneyland soll "Romaland" heißen. Besucher werden an simulierten Wagenrennen, wie im Film Ben Hur teilnehmen, die Kaiserlichen Foren besuchen oder in den neu aufgebauten römischen Volksvierteln der Suburra spazieren gehen können. Das Projekt wird von der Gemeinde Rom stark gefördert, um dem Touristenschwund entgegen zu wirken.

Im Vergnügungspark, der nord-westlich von Rom entstehen soll, werden Touristen künstliche Katakomben besuchen oder in den alten römischen Thermen baden können. Die Besucher werden berühmte Phasen der römischen Geschichte, von der Stadtgründung durch Romulus und Remus bis zu den Kämpfen Julius Cäsars erleben. Gladiatoren werden die Besucher durch den Vergnügungspark führen, der auf einem 300 Hektar großen Gelände entstehen soll.

Neue Arbeitsplätze

Der Vergnügungspark, der Investitionen im Wert von 600 Millionen Euro erfordert, soll 9.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Er soll außerdem dazu beitragen, dem zunehmenden Touristenschwund in der italienischen Hauptstadt entgegen zu wirken. In diesem Jahr ist die Zahl der Touristen um fünf Prozent zurückgegangen. Damit meldete Rom das schlechteste Ergebnis seit dem schwierigen Jahr 2001. Über eine halbe Million Touristen weniger wurden dieses Jahr gemeldet.

Der neue Vergnügungspark soll laut Vizebürgermeister Mauro Cutrugo jährlich acht Millionen Touristen anziehen, darunter fünf Millionen Ausländer. "Der traditionelle Tourismus ist ausgelastet, wir müssen neue Ideen finden, um Touristen anzuziehen. Der Vergnügungspark soll auf historisch rigoroser Basis errichtet werden", so Cutrufo. Mit dem Park will er vor allem Russen und Chinesen ansprechen.

Das Projekt sorgte für heftige Diskussionen. "Der Vergnügungspark ist eine sinnlose Idee, die hinzu absolut kitschig ist", kritisierte die Opposition, die sich heftig gegen den Plan stemmt. (APA)

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