Hochburgen und Negativ-Rekorde: Viele "Nuller" für die Grünen

29. September 2008, 15:12
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VP erzielte mit 79,7 das stärkste Gemeindeergebnis in Tirol - Die SPÖ in der steirischen Gemeinde Hieflau mit 69,9 Prozent - mit Grafik

Wien - Die Nationalratswahl 2008 hat - betrachtet man die Gemeindeebene - eine breite Bandbreite an Zugewinnen und Verlusten gebracht. Die Ergebnisse haben in manchen "Hochburgen" das Bundesergebnis stark übertroffen, in mehreren Gemeinden stark unterschritten. Die ÖVP fuhr ihr stärkstes Ergebnis in der Gemeinde Jungholz in Tirol ein, die SPÖ in der steirischen Gemeinde Hieflau. Die FPÖ konnte in der Gemeinde St. Georgen (OÖ) die meisten Wähler überzeugen, das BZÖ in der Kärntner Gemeinde Großkirchheim. Die Grünen waren erneut in ihrer Hochburg Wien-Neubau am stärksten.

Das magerste Ergebnis setzte es für die SPÖ in der Gemeinde Damüls in Vorarlberg. Mit 0,5 Prozent verlor man in der ÖVP-Hochburg (75,3 Prozent, -6,4) mehr als die Hälfte auf das Ergebnis von 2006 (1,4 Prozent). Auch FPÖ (+6,5) und BZÖ (+6,0) legten stark zu. Die meisten Stimmen fuhr die SPÖ im steirischen Hieflau ein, wo man trotz eines Minus von 3,2 Prozentpunkten auf 69,9 Prozent (2006: 73,1) kam.

Die ÖVP verzeichnete im steirischen Vordernberg mit 4,8 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis. Gegenüber 2006 (9,6 Prozent) bedeutet dies in der SP-Hochburg (62,6 Prozent trotz einem Minus von 11,4 Prozentpunkten) ein Minus von 4,8 Prozentpunkten. Die "stärkste" ÖVP-Gemeinde war trotz schweren Verlusten von elf Prozentpunkten die Gemeinde Jungholz in Tirol, wo die Volkspartei auf 79,7 Prozent (2006: 90,7) kam. Auffällig ist hier ein starkes Abschneiden der Liste Fritz von 12,5 Prozent.

Gemeinde mit 40,9 Prozent FPÖ-Stimmen

Die FPÖ konnte in der Gemeinde St. Georgen am Fillmannsbach (Oberösterreich) mit 40,9 Prozent ihr stärkstes Ergebnis einfahren. Gegenüber 2006 legte man in der alten Hochburg 5,8 Prozentpunkte zu (2006: 35,1 Prozent) und ist wieder stärkste Partei vor der ÖVP, die 12,5 Prozentpunkte einbüßte. Keinerlei Stimmen verbuchten die Freiheitlichen in den Tiroler Kleingemeinden und VP-Hochburgen Hinterhornbach und Jungholz. Das niedrigste Ergebnis fuhr die FPÖ in der Gemeinde Zell (Kärnten) mit 0,7 Prozent (+/-0) ein.

BZÖ: Absolute Mehrheiten

Das BZÖ schaffte in fünf Gemeinden die absolute Mehrheit - allesamt in Kärnten. Das beste Ergebnis brachte die Gemeinde Großkirchheim mit 51,9 Prozent, wo das orange Bündnis 13,7 Prozentpunkte zulegen konnte (2006: 38,2). Ebenfalls mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichte das BZÖ in den Gemeinden Feld am See, Deutsch-Griffen, Mölbling und Flattach. Zwei "Nuller" brachten den Orangen die burgenländische SP-Hochburg Tschanigraben und die Tiroler VP-Hochburg Pfafflar. Auf das schwächste Ergebnis kam das BZÖ in der Gemeinde Raach am Hochgebirge (Niederösterreich) mit 0,5 Prozent.

Grüne "Nuller"

Gleich mehrere Gemeinden ohne eine einzige Stimme mussten die Grünen verzeichnen. In den Gemeinden Tschanigraben, Aug-Radisch (Steiermark), Rinegg (Steiermark) und in den Tiroler Gemeinden Gschnitz, Spiss, Hinterhornbach und Namlos wählte niemand die Partei Alexander Van der Bellens. In der Gemeinde Sankt Pankraz in Oberösterreich kamen die Grünen auf 0,5 Prozent. Traditionell stark ist die Öko-Partei in Wien, auch bei dieser Wahl konnte man in Wien-Neubau mit 31,9 Prozent trotz eines Minus von 3,4 Prozentpunkten das stärkste Ergebnis einfahren. (APA)

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