"Mit 'Friends' sind wir eingefahren"

29. September 2008, 14:34
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"Friends" wird schon am Mittwoch durch "Cooler Onkel Charlie" ersetzt - Publikumsrat lobte ORF-Wahlberichterstattung - Kritik an Verschiebung des "Krone"-Beitrages

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Informationsdirektor Elmar Oberhauser haben am Montag vom ORF-Publikumsrat großes Lob für die Berichterstattung zur Nationalratswahl bekommen. Die Räte zeigten sich im Rahmen einer Sitzung durch die Bank zufrieden. Einzig die verschobene Ausstrahlung jenes "ZiB"-Beitrags über den politischen Einfluss der "Kronen Zeitung" sei negativ aufgefallen, hieß es.

Weniger zufrieden zeigten sich die Publikumsräte mit einzelnen Unterhaltungsprogrammen. Andreas Kratschmar kritisierte vor allem die Programmierung alter Wiederholungen der US-Serie "Friends" auf ORF 1 - zeitgleich zur "Zeit im Bild" auf ORF 2. Mit dem Ende der "ZiB"-Durchschaltung sei versprochen worden, "dass das nicht passieren wird", so Kratschmar. Programmdirektor Wolfgang Lorenz kündigte indes an, dass "Friends" bereits ab Mittwoch durch "Mein cooler Onkel Charlie" ersetzt werde. "Mit 'Friends' sind wir eingefahren", so Lorenz. Und eine eigenproduzierte Soap könne man sich derzeit nicht leisten.

Negativberichterstattung über Europa

Kratschmar, Vorsitzender des Programmausschusses, präsentierte außerdem die ersten Ergebnisse der neuen Publikumsrats-Umfrage zum Thema: "Europa im ORF: Bewertungen und Erwartungen des Publikums in Zusammenhang mit der Europa-Berichterstattung im ORF". Kratschmar skizzierte die wichtigsten Befunde der qualitativen Studie des Instituts für Systemische Marktforschung (MAFOS). Demnach dominiert in den Medien eine Negativberichterstattung über Europa, die Menschen fühlen sich "aufgehetzt, man hört nichts über Vorteile". Die Seher fordern daher, dass Erfolge und Misserfolge klarer und mehr kommuniziert werden und mehr über die Ziele und Perspektiven berichtet wird, beziehungsweise darüber, was das für Österreich bedeutet.

Bemängelt wird, dass es keinen Mr. beziehungsweise keine Mrs. Europa im ORF gibt. "Es zeigen sich nur mäßig starke Assoziationen zwischen konkreten Persönlichkeiten und dem Thema Europa - über die Hälfte des Publikums verbindet keinen Namen mit 'Europa'", referierte Kratschmar. Das Publikum wünscht sich vom ORF daher eine eigene Europa-Sendung. Das Marktforschungsinstitut MAFOS befürchtet aber, dass "es dieses Format aufgrund der EU-Verdrossenheit eher schwer haben, sich auf der Programmfläche zu behaupten".

In Summe herrschte am Montag beste Harmonie zwischen Publikumsrat und Geschäftsführung, so dass sich Franz Küberl bereits über die "neue Amikalität" wunderte. (APA)

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