Russische Megaprojekte auf Eis

29. September 2008, 13:35
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Strabag verschiebt Ausbau von Zementwerken - Fabrik in Ungarn wird weitergebaut

Wien  - Der börsenotierte Baukonzern Strabag verschiebt angesichts sinkender Zementpreise sowie wegen der Finanzkrise den geplanten Bau von bis zu zehn Zementwerken in Russland und Kasachstan. "Gerade in dem aktuellen Finanzmarktumfeld müssen wir unsere Investitionsentscheidungen wohl dosieren", erklärt Strabag-Konzernchef Hans Peter Haselsteiner am Montag in einer Aussendung.

Als unmittelbare Begründung für die Vorstandsentscheidung führt die Strabag den "zu erwartenden und teilweise schon sichtbaren Preisrückgang bei Zement in Russland" an. "Der Preisrückgang ist auf die Abschaffung der Importzölle fur Zement nach Russland einerseits und die ausgeweiteten Kapazitäten der Zementproduktion andererseits zurückzuführen." Der laufende Bau des ersten eigenen Zementwerkes in Ungarn wird planmäßig weitergeführt.

Die Strabag wollte ab 2009 zusammen mit ihrem Keranktionär und Partner Oleg Deripaska zwischen fünf und 10 Zementfabriken in Russland und Kasachstan aus dem Boden stampfen. Für diese Projekte wären allein für die Strabag 2009 und 2010 rund eine Milliarde Euro fällig gewesen.

Bau-Strategie in Russland bleibt aufrecht

Die Verzögerung der Investitionen im Baustoffgeschäft wird keine Auswirkungen auf das Kerngeschäft in Russland haben, erklärte Haselsteiner weiter: "Auf unser Ziel, die Bauleistung in Russland in den kommenden Jahren jährlich zu verdoppeln, hat die Entscheidung keinen Einfluss. Unsere Russland-Strategie und der Ausblick für das Geschäftsjahr 2008 bleiben aufrecht."

Haselsteiner verweist auf die im Branchenvergleich hohe Eigenkapitalausstattung der Strabag (35 Prozent), die noch aus dem Börsegang im Herbst 2007 stammt: "In der weltweiten Finanzkrise ist es unsere wichtigste Aufgabe, finanziell flexibel und unabhängig zu bleiben."

Das Zementwerk im südungarischen Kiralyegyhaza, das vor einem Jahr begonnen wurde, wird fertiggebaut. Das Werk soll mit einer Jahreskapazität von 1 Mio. Tonnen im dritten Quartal 2010 zu produzieren beginnen. Die Kosten für den Bau werden heute mit 230 Mio. Euro beziffert, deutlich mehr als bei Baubeginn. (APA)

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