FPÖ bei jungen Wählern die Nummer Eins

29. September 2008, 12:15
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Wahltagsbefragung: Blau konnte vor allem bei Jugendlichen punkten - SPÖ bleibt größte "Arbeiterpartei" - Selbst VP-Wähler können mit Molterer als Kanzlerkandidat wenig anfangen

Wien - Nach der Wahl stehen die Zeichen auf Analyse. Vor allem die Verliererparteien wollen herausfinden, welche WählerInnen sie im Speziellen nicht motivieren konnten. Im Rahmen des Wahlabends wurde vom Institut SORA eine Wahltagsbefragung publiziert, die Wahlmotive bestimmter Wählergruppen darstellt. Die wichtigsten Fakten fasst derStandard.at für Sie zusammen.

Interessante Wählergruppen

  • Junge/alte Wähler

Die FPÖ hat vor allem bei jungen Wählern punkten können. Bei den Unter-30-Jährigen liegen die Blauen mit 25 Prozent vor der ÖVP mit 23 und der SPÖ mit 21 Prozent. Bei den WählerInnen über 59 fuhr die SPÖ dafür einen klaren Sieg ein: Rund 37 Prozent in dieser Altersklasse wählten die Sozialdemokraten.

  • Frauen/Männer

Bezüglich des Wahlverhaltens der Geschlechter gibt es keine großen Unterschiede. Die FPÖ schnitt bei den Männern besser ab, das BZÖ bei den Frauen. Im Zusammenspiel mit dem Alter ergeben sich aber interessante Korrelationen: Bei Frauen unter 30 liegt etwa die Volkspartei weit vorne, bei Männern unter 30 führt hingegen die FPÖ vor der SPÖ.

  • Arbeiter/Angestellte

Bei den Arbeitern hielt die SPÖ Platz 1 mit 37 Prozent. Zweitstärkste Partei sind eindeutig die Freiheitlichen mit 28 Prozent. Die Angestellten wählten mehrheitlich schwarz (25 ÖVP, 24 SPÖ). In der Gruppe der "Auszubildenden" hielten Grüne und FPÖ ex aequo mit 25 Prozent die Spitze vor der SPÖ mit 23 Prozent. Im "Öffentlichen Dienst" kommt die Volkspartei auf 40 Prozent.

Interessante Wahlmotive

  • Unzufriedenheit

Der Unmut gegenüber der Großen Koalition hat den Sieg von FPÖ und BZÖ ermöglicht. Vor allem die FPÖ, aber auch das BZÖ konnten von der Unzufriedenheit mit der bisherigen Regierung profitieren. Zusätzlich wird von den Sympathisanten vorrangig erwartet, dass die beiden Rechtsparteien "Frischen Wind" in die Politik bringen.

  • Spitzenkandidaten

Für knapp mehr als die Hälfte der SPÖ-Wähler war der rote Spitzenkandidat Werner Faymann ein ausschlaggebendes Wahlmotiv.Bei den ÖVP-Sympathisanten sprach nur gerade 25 Prozent der Spitzenkandidat Molterer entscheidend an. Das beste Ergebnis bei dieser Frage erzielte Jörg Haider, den 59 Prozent der BZÖ-Wähler als Motiv für ihre Stimme angaben. Recht gut hielten sich auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (47 Prozent) und Grünen-Bundessprecher Alexander Van der Bellen (49 Prozent).

  • Kanzlerfrage

SPÖ- und ÖVP-Wähler ließen sich vor allem von der Kanzlerfrage bewegen. Auch dort spiegelt sich die mangelnde Attraktivität Molterers beim Wähler wieder. 21 Prozent wollen einen Regierungschef Faymann, aber nur 15 Prozent einen Kanzler Molterer. Die drei anderen Bewerber kommen nicht einmal auf zehn Prozent. Der extrem hohe Anteil von 34 Prozent der Befragten hat hier keine festgelegte Meinung. (red, derStandard.at, 29.9.2008)

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