Italiens Gewerkschaften drohen mit Generalstreik gegen Schulreform

29. September 2008, 09:08
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Berlusconi will über 87.000 Lehrerstellen kürzen - Hunderte Lehrer demonstrierten bereits vor dem Unterrichtsministerium

Rom - Italiens stärkster Gewerkschaftsverband CGIL hat mit einem Generalstreik gedroht, sollte die Regierung Berlusconi nicht auf ihre umstrittene Schulreform verzichten. 87.000 Lehrerstellen sollen in den nächsten drei Jahren gestrichen werden, weitere 44.000 werden im administrativen Bereich wegfallen, was den staatlichen Kassen Einsparungen im Wert von acht Milliarden Euro bescheren soll, heißt es in der Schulreform der Regierung. Damit soll das Schulpersonal in Italien um 17 Prozent reduziert werden.

Private Schulen sollen profitieren

Hunderte von Lehrern mit befristeten Arbeitsverträgen demonstrierten am Samstag vor dem Unterrichtsministerium in Rom. Sie protestierten gegen die Pläne der Regierung Berlusconi, die ihrer Ansicht nach die progressive Verarmung des öffentlichen Schulsystems zum Ziel haben. Davon werde die private Schule profitieren, meinten die Demonstranten.

Gegen die Schulreform mobilisiert auch die Demokratische Partei um Oppositionschef Walter Veltroni. Am Montag sind Demonstrationen in Rom zur "Rettung des öffentlichen Schulsystems" geplant. Der Gewerkschaftsverband CISL kündigte dazu eine Großdemonstration in Rom am 11. Oktober an.

Bis zu 30 Schüler werden pro Klasse Volks- und Mittelschulen zugelassen, geht aus dem Plan von Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini hervor. Schulen mit zu wenigen Klassen sollen gesperrt, oder mit anderen fusioniert werden. 2.600 Schulen mit weniger als 500 Schülern sollen aufgelöst, oder mit anderen zusammengeschmolzen werden. Von den Einschnitten ausgeschlossen bleiben die Kindergärten. Die Ministerin versicherte, dass die Schulfusionen, die bereits im Dezember in die Wege geleitet werden sollen, mit der Zustimmung der Regionen und der lokalen Verwaltungen erfolgen wird. (APA)

 

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