Anschlag auf Bus erschüttert Tripoli

29. September 2008, 13:19
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Attentat mit Autobombe auf Armeefahrzeug im dichten Berufsverkehr - Mindestens fünf Tote und 35 Verletzte - Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand

Tripoli - Bei einem Bombenanschlag auf einen Armeebus in der nordlibanesischen Stadt Tripoli sind Montag früh nach unterschiedlichen Angaben bis zu fünf Menschen getötet und rund 35 verletzt worden. Wie ein Armeevertreter mitteilte, waren unter den Todesopfern mindestens drei Soldaten. Ersten Ermittlungen zufolge explodierte offenbar ein Sprengsatz in einem auf der Straße geparkten Auto, als der Bus vorbeifuhr. Der Anschlag ereignete sich während des morgendlichen Berufsverkehrs.

Es war das zweite Attentat auf libanesische Truppen in Tripoli innerhalb von zwei Monaten. Bislang hat sich noch niemad zu der Tat bekannt. Am 13. August wurden 18 Soldaten und Zivilpersonen getötet, als ein mit Schrauben und Bolzen gespickter Sprengsatz in der Nähe eines Militärbusses gezündet wurde.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy bezeichnete das Attentat als "abscheulich und feige". Die spanische Regierung verurteilte ebenfalls den Anschlag.

Sleimane vermittelt

Der libanesische Präsident Michel Sleimane versucht derzeit, die verfeindeten Lager des Landes miteinander zu versöhnen. Er hat zu einem nationalen Dialog aufgerufen, bei dem Unstimmigkeiten in der Allparteien-Regierung ausgeräumt werden sollen. Die Regierung war im Juli nach zähen Verhandlungen aus der pro-westlichen Parlamentsmehrheit und der früheren Opposition gebildet worden, die Syrien und dem Iran nahesteht.

Im Libanon haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Terroranschläge ereignet, die sich meist gegen Politiker, Journalisten und Militärs richteten. Die anti-syrische Parlamentsfraktion in Beirut hatte sich in den vergangenen Tagen besorgt über die Stationierung tausender syrischer Soldaten in der Nähe der Grenze geäußert. Die Abgeordneten hatten spekuliert, Syrien könne die jüngsten Anschläge als Vorwand für eine Rückkehr seiner Truppen in den Libanon nutzen. Dies war von Damaskus dementiert worden. (APA/Reuters/dpa/AP/red)

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    Nach dem Anschlag riegelten Militär und Polizei das Areal großräumig ab.

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