Kommunisten, Christen und RettÖ bleiben auch draußen

28. September 2008, 22:32
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Kleinparteien schaffen Sprung über die Vier-Prozent-Hürde nicht

Kommunisten wieder unter einem Prozent

Seit den Achtzigerjahren liegen die Kommunisten bei Nationalratswahlen konsequent unter einem Prozent. Daran hat sich auch bei diesen Wahlen nichts geändert.
Spitzenkandidat Mirko Messner, der sich im_Wahlkampf für die Umverteilung von oben nach unten und eine Grundsicherung für alle stark gemacht hatte, zeigte sich Sonntagabend enttäuscht. Da die KPÖ die Ein-Prozent-Hürde nicht überwinden konnte, steht ihr nicht einmal eine Parteienförderung zu. Messner, der sich für die Deckung der Wahlkampfkosten persönlich einen Kredit aufgenommen hat, bleibt wohl selbst auf den Kosten sitzen.

Sehr wenig Zuspruch für die „Christen"

Mit Gottes Hilfe wollten „Die Christen" den Einzug ins Hohe Haus schaffen. Doch die Partei, die aus der Antiabtreibungsbewegung „pro vita" hervorgegangen ist, blieb deutlich unter einem Prozent. Das bescheidene Ergebnis zeichnete sich bereits im Wahlkampf ab: Immer wieder hatte Parteichef Alfons Adam mit radikalen Aussagen für Kopfschütteln gesorgt. Homosexualität bezeichnete er als Krankheit, die Fristenlösung wollte er ersatzlos streichen.
Sogar die katholische Kirche distanzierte sich deutlich von der Partei. Da halfen auch die Forderungen nach einem eigenen Gehalt für Mütter nichts mehr.

Auch RettÖ hatte keine Chance

Der Chef der Liste „Rettet Österreich", Wilfried Auerbach, hatte eine Mission: Die Österreicher vor diversen „Bedrohungen" zu retten.
Im Wahlkampf wetterte er gegen EU-Reformvertrag, Gentechnik und Nato. In der „Ameisenrunde" bei Ingrid Thurnher fiel er mehr durch mangelnde Gesprächsdisziplin als durch inhaltliche Konzepte auf. Abseits von Endzeitszenarien waren Inhalte in seinem Wahlprogramm spärlich gesät.
Das war den Wählern offensichtlich nicht genug: Sie wiesen Auerbachs Rettungsring am Sonntag zurück. Bundesweit erreichte die Bürgerinitiative weniger als ein Prozent der Stimmen. (DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2009)

 

 

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