Alejandro Quintana bestreitet Stasi-Vorwürfe

28. September 2008, 21:00
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Exilchilene war in den Siebziger-Jahren in die DDR geflüchtet und ist aktuell Heilbronner Schauspieldirektor

Heilbronn - Nach den Stasi-Vorwürfen gegen ihn hat der Heilbronner Schauspieldirektor Alejandro Quintana am Freitag bestritten, sein Umfeld ausspioniert zu haben. Der Chilene, der Mitte der 70er Jahre in die DDR geflüchtet war, erklärte: "Ich verwahre mich entschieden gegen den Vorwurf, meine Landsleute bespitzelt zu haben."

Nach Angaben der Birthler-Behörde war Quintana von 1978 bis 1982 inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit. Er habe wissentlich und willentlich mit der Stasi zusammengearbeitet, hieß es. Quintana soll zunächst unter dem Decknamen "Lautaro" und später als "Juan" gespitzelt haben. Er habe zwar mit dem Innenministerium über die politische Lage gesprochen, Fragen zum privaten Umfeld aber abgelehnt.

"Dass ich als informeller Mitarbeiter geführt wurde, ist mir bis jetzt unbekannt gewesen. Von den Decknamen erfuhr ich erst aus der Presse", sagte Quintana am Freitag. Bei früheren Anstellungen in Berlin, Cottbus und Rostock habe es mehrfach Untersuchungen zu eventuellen Verbindungen zur Stasi gegeben. "Ich bin nie mit dem Verdacht auf einen möglichen Kontakt zur Staatssicherheit konfrontiert worden." Er werde alles unternehmen, um die Anschuldigungen "vorbehaltlos aufzuklären".

Quintana ist in Chile geboren und aufgewachsen. Mit 22 Jahren flüchtete er 1973 nach dem Militärputsch gegen den linksgerichteten damaligen Präsidenten Salvador Allende in die DDR. Dort hat er mit anderen Exilchilenen in Rostock eine Theatergruppe betrieben. (APA/dpa)

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