30 Prozent für Leute, die den Nationalsozialismus verharmlosten (Haider), mit Neo-Nazi-Freunden beim "Wehrsport" im Wald herumkrochen (Strache), von Skinheads umgeben sind (Strache), gegen "Ausländer" hetzen (Haider, Strache), mit europäischen Rechtsextremen gemeinsame Sachen machen (Haider, Strache), mit dem Antisemitismus spielten (Haider), gegen Muslime hetzen (Haider, Strache ganz besonders) und Kontakte mit der Serbischen Radikalen Partei aufbauen, deren Gründer Vojislav Šešelj vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal steht (Strache).
Macht nix. 30 Prozent wählen zwei extrem rechte Parteien, die durch Spaltung aus einer extrem rechten Partei hervorgegangen sind. Österreich ist wieder Spitze in Europa.
Nein, die Haider/Strache-Wähler sind nicht alle selbst extrem rechts. Sie protestieren halt. Gegen die Ausländer im Gemeindebau, gegen die Zumutung, nicht mit 57 in Pension gehen zu dürfen, und gegen die Unfähigkeit von SPÖ und ÖVP, Zukunftsängste zu nehmen.
Aber das Drittel, das Haider und Strache gewählt hat, stört die extrem rechte Ausprägung nicht. Autoritäres, fremdenfeindliches, antiliberales bis extrem rechtes Gedankengut gehört in Österreich zum Mainstream. Es hat sich gebessert - blanken Antisemitismus wie vor 20 Jahren gibt es nicht mehr. Aber insgesamt ist Österreich (aus sozio-historischen Gründen) in seiner Mentalität "rechter" als etliche andere europäische Länder. Die Grundeinstellung sehr vieler Österreicher ist "sozial" (der "kleine Mann" muss gefördert werden) und national (soziale Leistungen nur für "echte Österreicher"). Wer glaubt, dass das nicht passiert, wendet sich nicht nach links/grün/liberal, sondern nach ganz rechts.
Ein Drittel wählte extrem rechts, allerdings verteilt auf zwei Parteien (Schüssel hat angeblich der Hydra ein Haupt abgeschlagen, es sind ihr zwei nachgewachsen). Haider und Strache haben ihren Endkampf noch auszutragen. Das rechte Potenzial kann aber auch wieder zu einer der "Großparteien" zurückfließen.
Zu befürchten ist freilich, dass ÖVP wie SPÖ sich jetzt (noch) rechter als bisher geben werden. Oder gar eine Kooperation/Koalition mit rechts versuchen. Aber die nichtrechten Parteien müssten im Gegenteil endlich die rechten beinhart konfrontieren, gerade auf den angstbesetzten Feldern der Wähler: Ausländer, EU, soziale Sicherheit. Der rechtsanfällige Wähler will Kompetenz und Überzeugungskraft sehen, nicht Herumgerede hören. SPÖ und ÖVP faseln von "strengen Gesetzen", aber die Türkenbuben ohne gescheite Ausbildung und Job schrecken trotzdem die Pensionisten im Park. Eine mutige, kraftvolle Politik bestünde darin zu sagen: "Diese Zuwanderer werden nie mehr weggehen, aber das ist unser Programm, um sie wirklich zu integrieren. Leute, das ist die Realität, und so werden wir sie bewältigen."
Werden der freundliche Faymann und/oder der lustige Josef Pröll dazu den Mumm und das Format haben?
Ja, wir leben in einem ziemlich rechten Land. Bisher hat man darauf weich, mutlos, verlogen, dummschlau, falsch reagiert. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2008)
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dass es wenigsten noch eine LINKE PRESSE in diesem RECHTEN LAND gibt ! Weiter so im Widerstand !
In einem anderen rechten Land (Frankreich) gab es nach der Wahl derartige Stellungsnahmen in der "linken" Presse NICHT, die gibt es nach ueber einem Jahr NS nicht mehr ...
haider und strache schaffen es meiner meinung nach leute durch maennliches fuehrungsverhalten zu ueberzeugen.
molterer und faymann sind dagegen einfach unmaennlich.
der eine ist ein nervender verlierertyp, und der andere ein geschminkter schleimer.
der vdb ist mehr wie so ein weiser, halb zurueckgezogener alter.
ob das bei einer wahl im 21. jahrhundert wesentlich sein sollte, ist eine andere frage, aber ich denke es laesst sich nicht ignorieren.
"Diese Zuwanderer werden nie mehr weggehen, aber das ist unser Programm, um sie wirklich zu integrieren. Leute, das ist die Realität, und so werden wir sie bewältigen."
Aber solang das Gegenteil zum Vorteil von Provinzchargen gereicht, wirds so bleiben. Und vermeintliche Politiker weiter Zulauf haben.
Allen jenen, die aus Protest Orange oder Blau gewählt haben, wünsche ich zutiefst einen Westenthaler als Innenminister, einen Petzner als Wirtschaftsminister, eine Rosenkranz als Familienministerin und an Strache als Aussenminister an den Hals.
Denn Dummheit kann man nicht vernünftig wegdiskutieren, Dummheit muss fühlen...
aber man könnte seinen Protest auch bei anderen Parteien austoben, also da gab es LIF, DIE CHRISTEN, KPÖ, Fritz Dinkhauser, DIE LINKEN, Die Tierschutz-Partei - warum mußten soviele ihr Kreuzerl bei den extrem-rechten machen, wenn es doch auch genau so viel andere Parteien gab?
So ein UNSINN!
Welche sollen das sein??
Entweder kennt der liebe mann die anderen europaeischen Laender nicht oder er is einfach dumm.
Ja, es gibt sie hier, die "echten" Rechten, die Unverbesserlichen, Unbelehrbaren..
aber es ist NICHT schlimmer als in den anderen Laendern!
Die einzigen Ausnahmen sind einige der noerdlichen laender. aber ansonsten gibt es ausnahmslos ueberall mehr Antisemitismus, Auslaenderhass, Diskriminierungen, Hetzparolen der "Politiker" usw.
Und ausgerechnet DIE laender mit riesigen Problemen in diesem Bereich (Frankreich, Belgien, Deutschland, Polen, Ungarn usw.) sind diejenigen, die sich bemuessigt fuehlen auf das kleine "Naziland" einzupruegeln!!
Es is traurig, das es auf rechter seite nur verlogene Populisten wie
bei den wählern von fpö-bzö nicht besonders ausgeprägt sind.
Und das ist sicherlich im zusammenhang mit der opferrolle nach dem fall des 3. reiches zu sehen.
Ich folgere daraus, dass überzeugung und gesinnung auch bei dieser wahl für viele wähler kein besonderer wahlgrund gewesen sind.
...und kann sie versichern, dass in sachen rechtsextremismus, xenophobie, rassismus und antisemitismus (und vor allem deren strafrechtlicher verfolgung) die laender frankreich, grossbritannien und deutschland menschenrechtlich eindeutig besser dastehen als oesterreich.
was angesichts der tatsache, dass die probleme dort tatsaechlich welche sind einiges an respekt abnoetigt.
und eben das berechtigt diese laender sich in schen rechtsextremismus in oesterreich fragen zu stellen und diese auch oesterreich zu stellen.
immerhin zb jenes land, in dem der hausdichter des kleinstformatigen, dennoch meistgelesenen mistblattls des landes zu hitlers geburtstag jubeloden ersinnt.
g'schamster...
dass 99% aller hier im Land lebenden, im Weltmaßstab gut leben, von Links bis Rechts.
Künstlersubventionen fließen, Flüchtlinge bleiben letztlich dennoch, geschimpft und lamentiert (und publiziert) wird nach Herzenslust und wer sich zu Tode schämt, lebt besonders lang.
Die Globalisierungsängstler und Türkennachbarnfürchter schimpfen um dann ins soziale Netz zu fallen.
Wer Arbeit hat oder Unternehmer ist, kann es sehr weit bringen und Staat und Bürokratie sind vergleichsweise effizient.
Wären nicht gestern Wahlen gewesen, würden auch unsere lieben Kritiker im Ausland alles wunderbar finden, obwohl vorgestern alles genau so war wie heute und morgen.
Fürchten müssen wir uns alle nur vor wirtschaftlichem Niedergang, denn da wird’s ernst!
Die Wähler sind (struktur)konservativer denn je. Gesamtschule? Alles nur das nicht! Grundeinkommen? Um Gottes willen! Vielfalt? Ein Graus!
Nachdem in den letzten 130 Jahren die Arbeiterbewegung den untersten Schichten ein halbwegs erträgliches Auskommen (Krankenkassen, Pensionen...) erkämpft hat, sind diese konservativ geworden. "Mein, mein, nur mir - und ja niemand auf die gleiche Ebene kommen lassen!"
Und genau darauf beruht der Fremdenhass: Der Immigrant ist ja auch der einzige, der sozial unter dem Prekariat steht. Es geht um Status, nicht um Einkommen. Nix Homo Oeconomicus!
Dieser ekelhafte Backlash hat eben erst begonnen - und wird vermutlich so lange dauern, bis es wieder genügend Arme gibt, um eine linke Bewegung zu tragen.
Tatsache ist, dass die Gesamtschule in der Bevölkerung mehrheitlich auf Ablehnung stößt - obwohl alle Bildungsstudien dafür sprechen.
Warum? Weil diejenigen, die selbst in einer AHS waren oder ihre Kinder in einer unterbringen konnten ihren Vorteil sich abheben zu können nicht missen wollen.
Fakt ist: 30% der Wähler gehen lieber zum Schmied als zum Schmiedl.
Die ÖVP ist in ihrem Wahlkampf und sonstigen rhetorischen Repertoire nur Nuancen weniger rechts als Haider & Co.
Und die SPÖ lässt sich seit vielen Jahren genussvoll auf "rechte" Themen ein.
Die Stärke von BZÖ/FPÖ ist ein reiner Mangel an Alternativen.
SPÖ/ÖVP vertreten schon lange nicht mehr das Volk und sind daher zurecht für einen großen Teil der Bevölkerung unwählbar.
Die Grünen haben sich derart an die ÖVP angebiedert, dass sie als Protestpartei ausschieden.
Und dann? Da bleibt nichts mehr!
Wer FPÖ/BZÖ wählte will in erster Linie Veränderung.
Aber Leute wie sie oder die Parteisekretäre werden das nie verstehen, weshalb diese Parteien noch viel Erfolg haben werden!
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