Safaripark Gänserndorf: Betreiber klagt wegen ausbleibender Landesförderungen

28. September 2008, 20:01
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Emu und Lama kommen vor Gericht - Ursprünglich vereinbarten Bedingungen für Förderungen seien verändert worden

Gänserndorf - Die zwei alten Löwinnen auf dem Areal des 2004 in Konkurs gegangenen Safariparks Gänserndorf haben noch mindestens bis 2010 Ruhe. Bis dahin werde es nämlich keine Wiedereröffnung des Tierparks geben, schätzt Tierarzt Josef Zoher ein. Der Veterinär will dem Gelände eigentlich neues Leben einhauchen, die Verzögerungen ärgern ihn. Zoher kündigte nun an, "im Notfall auch ohne Geld vom Land und der Gemeinde" das von ihm geplante Tierpark-Projekt umzusetzen. Gespräche mit den Investoren hätten ergeben, dass zur bisher zugesagten einen Million Euro auch noch 500.000 Euro aufgebracht werden könnten.

Eigentlich wollte Zoher Mitte 2009 seinen Naturerlebnispark mit heimischem Wild, Lamas, Emus und vielen mehr eröffnen. Im Juni 2007 sah es ganz danach aus, als wären Gemeinde und Land mit im Boot. Doch die Ecoplus, die Wirtschaftsförderungsagentur des Landes, lässt Zoher mit Förderzusagen warten. Wenn das Land nichts zuschießt, muss auch die Gemeinde nichts zahlen.

Der Tierarzt hat nun gegen Ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki Klage eingebracht. Er wirft ihm vor, die ursprünglich vereinbarten Bedingungen für Förderungen verändert zu haben. Miernicki streitet dies ab. Im Juni hieß es, die Gesellschafter müssten Geld "in der Höhe des voraussichtlichen jährlichen Abgangs" - das wären nach damaliger Prognose 90.000 Euro pro Jahr - nachschießen. Die Gemeinde erklärte sich bereit, einen Prozentsatz davon zu übernehmen, und sandte einen entsprechenden Vertragsentwurf für den Safaripark an das Land. Miernicki antwortete darauf, dass jährliche Betriebsabgänge "unlimitiert" zu decken seien.

"Diese Forderung ist neu" , sagt Zoher. Miernicki entgegnet: "Das ist im Prinzip das Gleiche." Wer recht hat, entscheidet nach Zohers Einschätzungen im Dezember der Richter. (Gudrun Springer, DER STANDARD - Printausgabe, 29. September 2008)

  • Im Jahr 2004 wurden die Pferde aus dem bankrotten Safaripark geführt, im Jahr 2010 sollen sie zurückkommen. Vielleicht.
    foto: standard/heribert corn

    Im Jahr 2004 wurden die Pferde aus dem bankrotten Safaripark geführt, im Jahr 2010 sollen sie zurückkommen. Vielleicht.

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