Riedel spürt Konsumflaute

28. September 2008, 18:30
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Das Tiroler Familienunternehmen Riedel Glas ist durch die weltweite Konsumflaute im Zuge der Finanzkrise stärker betroffen als erwartet

Innsbruck/Wien - Das Tiroler Familienunternehmen Riedel Glas ist durch die weltweite Konsumflaute im Zuge der Finanzkrise stärker betroffen als erwartet. Der Glaserzeuger spüre "die derzeitige Weltwirtschaftskrise in allen Bereichen, bei allen Marken, in allen Regionen", zitiert das Monatsmagazin Trend Unternehmenschef Georg Riedel in seiner Oktober-Ausgabe.

An den Standorten der deutschen Riedel-Tochter Nachtmann seien zuletzt rund 600 der 1500 Arbeitsplätze abgebaut worden. Neben der Mundglasproduktion am Standort Spiegelau wurde auch eine Glasschleiferei in Tschechien geschlossen.

Zudem sei wegen der "hohen Aufwendungen für Abfertigungen" der Cash-Flow bei der 2004 übernommenen deutschen Nachtmann-Gruppe "noch immer negativ", sagte Riedel. Mit der Erzeugung von Glas für Autoscheinwerfer und Glasdachziegel wolle Riedel in Zukunft für eine bessere Auslastung an den deutschen Standorten sorgen.

Auswirkungen habe die aktuelle Situation auch auf die für 2009 geplante Unternehmensnachfolge. Georg Riedel werde vorerst an der Spitze des Weinglas-Spezialisten bleiben. Sein Sohn Maximilian, derzeit Leiter des US-Geschäfts von Riedel, erwäge hingegen den Sprung nach Schanghai oder Hongkong, um den Asien-Markt entwickeln zu helfen.

Fünfstern-Hotellerie jammert

Die Finanzkrise schlägt auch auf die Buchungslage der Fünfstern-Hotellerie durch. "Der Rückgang ist unglaublich groß", zitiert das Magazin Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler: "In den USA ist zur Zeit konsequentes Sparen angesagt."

"Juli und August haben wir sehr gespürt" , sagt auch Gabriela Benz, Chefin des Wiener Ringstraßenhotels "Le Meridien" . Im Oktober soll das Haus aber wieder 85 Prozent Auslastung haben. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2008)

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