Chronologie des Banken-Rettungs-Pakets

28. September 2008, 18:27
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Freitag, 12.9.: Amerikanische Spitzenbanker suchen bei einem Krisengipfel mit US-Finanzminister Henry Paulson nach einer Lösung zur Rettung der Investmentbank Lehman Brothers. Ein Notverkauf scheitert an der kategorischen Ablehnung von Staatsgarantien durch Paulson.

Montag, 15. 9.: "Schwarzer Montag" für die Wall Street. Lehman meldet Teilinsolvenz an. Die Investmentbank Merrill Lynch wird von Bank of America aufgekauft.

Dienstag, 16. 9.: Die Fed rettet den Versicherungsriesen AIG mit einem Kredit über 85 Milliarden Dollar (58,1 Mrd. Euro) und bekommt dafür die Kontrolle.

Mittwoch, 17.9.: Ausverkauf bei Lehman Brothers: Die britische Barclays Bank sichert sich Teile des US-Geschäfts und das New Yorker Hauptquartier.

Donnerstag, 18. 9.: Der rapide fallende Aktienkurs bringt Morgan Stanley in Bedrängnis. Als nächster Wackelkandidat gilt die größte US-Sparkasse Washington Mutual.

Freitag, 19.9.: Die US-Regierung schlägt dem Kongress ein 700 Milliarden Dollar schweres Rettungspaket für die Finanzbranche vor, mit dem der Staat den Banken notleidende Wertpapiere und faule Kredite abkaufen will. Für rund 800 Titel werden Börsenwetten auf fallende Kurse ("Leerverkäufe" ) verboten.

Sonntag, 21. 9.: Historischer Einschnitt für die Wall Street: Die beiden letzten verbliebenen unabhängigen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley verzichten auf ihren 75 Jahre alten Sonderstatus und werden zu Geschäftsbanken. Sie dürfen keine extremen Risiken für hochlukrative Geschäfte mehr eingehen.

Montag, 22.9.: Im US-Kongress zeichnen sich Widerstände gegen die Rettungspläne ab. Die Abgeordneten wollen unter anderem eine Beschränkung der Topmanager-Gehälter, Hilfen für Hausbesitzer und eine schärfere Aufsicht.

Dienstag, 23.9.: Goldman Sachs verschafft sich eine Finanzspritze von rund zehn Milliarden Dollar, Warren Buffett steigt mit etwa fünf Mrd. Dollar ein. Die US-Bundespolizei FBI nimmt Ermittlungen bei mehreren Top-Adressen der Wall Street auf.

Mittwoch, 24.9.: US-Präsident George W. Bush warnt in einer TV-Rede vor einer Rezession.

Donnerstag, 25.9.: Republikaner schießen gegen das Rettungspaket quer. Krisentreffen im Weißen Haus mit den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain hilft nichts. Washington Mutual bricht zusammen und wird in einem Notverkauf von der Großbank JP Morgan Chase aufgefangen. (AP, DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2008)

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