USA lieferten Israel neues Raketenabwehrsystem

28. September 2008, 18:22
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120 US-Soldaten im Land stationiert - Antwort auf Iran

Ein modernes Raketen-Frühwarnsystem, das Israel jetzt von den USA bekommen hat, gilt als Indiz für die wachsende Gefahr einer Konfrontation mit dem Iran. Mehr als ein Dutzend militärische Transportflugzeuge sollen am 21. September die Hochenergie-Radaranlage zum Luftwaffenstützpunkt Nevatim in der israelischen Negev-Wüste geflogen haben. Zugleich sollen 120 US-Spezialisten, die das System bedienen, permanent in Israel stationiert worden sein.

Gegen eine dauernde Stationierung amerikanischer Soldaten hatte sich die israelische Armee bisher gesträubt, weil man sich dadurch in der eigenen Aktionsfreiheit behindert sieht. Im Golfkrieg 1991 hatten US-Soldaten in Israel Patriot-Raketen installiert und abgefeuert, mit denen man versuchte, irakische Scud-Raketen in der Luft abzufangen.

Die Informationen über die Aufstellung des transportablen großräumigen Radar-Systems AN/TPY-2 stammen von der amerikanischen Publikation Defense News und wurden von israelischen Medien aufgegriffen. Das Radar kann „kleine Objekte in großer Distanz und in sehr großer Höhe aufspüren und identifizieren" - konkret ein Objekt von der Größe eines Baseballs in 4700 Kilometer Entfernung.
Eine ballistische Shahab-3-Rakete, die nach dem Abschuss aus dem Iran etwa elf Minuten nach Israel fliegen würde, könnte damit nach der Hälfte der Flugzeit durch das israelische Arrow-Abschirm-System neutralisiert werden. Die raschere Vorwarnung bedeutet zum einen, dass etwaige Bruchstücke der angreifenden Rakete in größerer Entfernung herunterstürzen würden. Zum anderen bekäme die Zivilbevölkerung ein paar kostbare zusätzliche Minuten, um die Schutzräume zu erreichen.
Zur politischen Bedeutung der Lieferung wurde spekuliert, dass die USA damit vielleicht die Ängste der Israelis beschwichtigen und so einen israelischen Alleingang gegen den Iran abwenden wollen. (Ben Segenreich aus Tel Aviv, DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2008)

 

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    Ein letztes Geschenk der USA vor dem Abtritt: Israels Premier Olmert.

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