Regierung macht Islamisten für Anschlag verantwortlich

29. September 2008, 11:13
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Täter sei mit Auto aus einem arabischen Nachbarland nach Syrien gelangt - 17 Tote, 14 Verletzte

Damaskus/Kairo - Als Insel der Stabilität preist die syrische Führung ihr Land gerne. Eine Autobombe mit 200 Kilogramm Sprengstoff hat die Beteuerungen dieses Regimes mit seinem engmaschigen Sicherheitsapparat am Wochenende erneut erschüttert. Es war der dritte politisch motivierte Anschlag in diesem Jahr und mit 17 Toten und 14 Verletzten der schwerste seit vielen Jahren. Innenminister General Bassam Abdel Majid erklärte im Staatsfernsehen, es handle sich um einen Terrorakt, alle Opfer seien Zivilisten. Inzwischen hat die Regierung einen islamistischen Selbstmordattentäter für den Autobombenanschlag verantwortlich gemacht.

Aus arabischem Nachbarland

Das Auto des Täters sei am 26. September aus einem arabischen Nachbarland nach Syrien gelangt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Um welchen Nachbarn (Libanon, Irak oder Jordanien) es sich handelt, wurde nicht mitgeteilt.

Der Attentäter habe Verbindungen zu einer Islamistengruppe unterhalten, deren Mitglieder in der Vergangenheit wiederholt verhaftet worden seien. Zu dem Anschlag, bei dem mindestens 17 Menschen getötet wurden, hat sich bislang niemand bekannt.

Unklar ist, was das Ziel des Anschlags war. In der Nähe des Explosionsortes im Süden der Stadt liegen sowohl ein Checkpoint der inneren Sicherheit als auch eine Schule sowie die schiitische Pilgermoschee von Sayeda Zeinab, einer Enkeltochter des Propheten. Die Moschee wird jedes Jahr von mehr als zwei Millionen Gläubigen besucht. Zudem leben viele irakische Flüchtlinge in der Gegend. (Astrid Frefel/red, DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2008)

 

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    Plötzlich unsicher: Staatschef Assad sieht Anschlagserie in Syrien.

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