Mordalarm nach tödlichem Stiegensturz in Linz

28. September 2008, 16:42
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Laut Obduktionsergebnis "Faustschläge und Fußtritte feststellbar"

Linz - Der tödliche Sturz eines 21-jährigen Linzers über eine Stiege in der Nacht auf Sonntag war  offenbat ein Gewaltverbrechen. Das gab die Sicherheitsdirektion in einer Presseaussendung am Sonntag bekannt. Zuvor waren die Todesumstände rund um den Sturz vom Landeskriminalamt als "bedenklich" eingestuft worden. Die routinemäßigen Ermittlungen der Kriminal-Polizei sowie eine angeordnete Obduktion riefen jetzt die Mordkommission auf den Plan.

Gegen 4.15 Uhr dürfte es zu der tödlichen Attacke auf den jungen Mann aus Ex-Jugoslawien gekommen sein. Der 21-Jährige hatte bis zu diesem Zeitpunkt mit seiner gleichaltrigen Freundin und einigen Begleiter eine Diskothek im Stadtteil Neue Heimat besucht, die sich im ersten Stock des Gebäudes befindet. Im Stiegenhaus zur Disco dürfte der Nachtschwärmer dann von einer Gruppe angegriffen und geschlagen worden sein.

Faustschläge und Fußtritte

"Laut angeordneter Obduktion sind Faustschläge und Fußtritte deutlich feststellbar", sagt Sicherheitsdirektor Alois Lissl im Gespräch mit der APA. Außerdem habe seine Freundin, als sie auf ihren Begleiter vor dem Lokal auf ihn wartete, deutlich gehört, wie der 21-Jährige nur kurz zuvor "Lasst mich in Ruh" geschrien habe. Diese letzten Worte ließen zumindest auf eine Personengruppe schließen, so die Polizei.

Verstarb am Tatort

Als die Begleiter des jungen Mannes ihrem Freund zu Hilfe eilen wollten, lag dieser bereits leblos im Stiegenhaus. Trotz Reanimation durch den Notarzt und Erster Hilfe durch die anwesenden Angehörigen starb der 21-Jährige gegen 4.30 Uhr noch am Tatort.

Die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Linz durchgeführte Obduktion ergab, dass der Linzer an einem von einem Hirnödem ausgelösten Organversagen verstorben war. Ausgelöst wurde die Hirnschwellung offensichtlich durch die Faustschläge, aber auch durch Fußtritte, bzw. durch den Sturz zu Boden.

Nach Auskunft der Sicherheitsdirektion befanden sich zum Zeitpunkt der Tat noch rund 100 Gäste in der Diskothek. Ein Großteil dürfte, wie der Getötete auch, aus Rest-Jugoslawien stammen. Motive und Hintergründe der Attacke bzw. die Identität der Täter waren vorerst noch Gegenstand der Ermittlungen. (APA)

 

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