Bayern schlecht wie 31 Jahre nicht

28. September 2008, 14:42
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Münchner mit schlechtes­tem Start seit mehr als drei Jahrzehnten - Mana­ger Hoeneß: "Der Blick auf die Tabelle nervt" - Rotation in der Kritik

München - Hochgelobt und tief gefallen: Titelverteidiger FC Bayern München versinkt nach dem schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren nach sechs Runden im Mittelmaß der deutschen Fußball-Bundesliga. Vor allem die häufige Rotation von Trainer Jürgen Klinsmann ist nach dem 0:1 bei Hannover 96 heftig in die Kritik geraten. Bayern-Manager Uli Hoeneß machte keinen Hehl aus seinem Frust über den Absturz auf Platz neun: "Der Blick auf die Tabelle nervt mich."

Nicht nur der ehemalige Bayern-Star Stefan Effenberg sahen die Ursache für die zweite Saison-Pleite der Bayern eine Woche nach dem 2:5-Debakel gegen Bremen im ungewöhnlich regen Austausch von Leistungsträgern. Unter anderem ließ Klinsmann die Brasilianer Lucio und Ze Roberto pausieren. "Um das Spiel umzudrehen hat uns vieles gefehlt: Kreativität, Spielwitz, Spiel ohne Ball und Überraschungsmomente", meinte der Ex-Bundestrainer. Für die von Ausfällen geschwächten Hannoveraner war die Aufstellung der Bayern-Elf zusätzliche Motivation.

Der Ungar Huszti (23.) erzielte per Freistoß das Siegtor gegen den von den Bundesliga-Trainern vor der Saison einstimmig zum klaren Favoriten gekürten Rekordmeister. Zwei Niederlagen - so viele hatte Klinsmanns Vorgänger Ottmar Hitzfeld mit dem FC Bayern in der ganzen vergangenen Meister-Saison kassiert. Der zur Pause eingewechselte Franck Ribery rätselte: "Ich weiß nicht, was los ist. Ich weiß nicht, ob meine Mitspieler sich im Kopf oder physisch nicht wohlfühlen."

Im Hoch befindet sich hingegen Werder Bremen, das den Fans im Weser-Stadion beim 5:4 gegen Aufsteiger 1899 Hoffenheim ein Torfestival bot. Die Trainer waren über das Spektakel aber gar nicht so begeistert. "Ein 4:1 darf man sich nicht so einfach wegnehmen lassen", bekrittelte Werder-Coach Thomas Schaaf, der nach dem Ausschluss von Per Mertesacker (62.) den Steirer Sebastian Prödl eingewechselt hatte. Sein Kollege Ralf Rangnick, dessen Elf eine halbe Stunde lang in Überzahl agierte, war "brutal enttäuscht": "Es kann 4:4 ausgehen, aber niemals 5:4 für die Heimmannschaft."

ÖFB-Teamtorhüter Ramazan Özcan, der nach dem 2:5 gegen Leverkusen zum zweiten Mal in dieser Saison gleich fünfmal hinter sich greifen musste, war bemüht, das Positive herauszustreichen. "Großer Respekt für das, was die Mannschaft geleistet hat nach diesem Rückstand. Wir haben uns toll zurückgekämpft, am Ende ohne Erfolg", erklärte der Vorarlberger. (APA/dpa)

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    Uli Hoeneß ist kein Freund der Rotation.

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