Grundzüge: Die Negation eines Wissensfortschritts, Irrationalismus, Misstrauen gegenüber der Kultur, die eine kritische Haltung hervorbringen könnte. Jede Opposition gegenüber dem Hegemon gilt als Landesverrat. Angst vor Differenz und ein Rassismus, der aus individueller und sozialer Frustration entsteht. Xenophobie, das Leben als permanenter Krieg, aristokratischer Elitismus, individuelles Opfer zum Wohle der Sache, Machismus, ein durch Fernsehen verbreiteter Populismus, "Neu-Sprach" (kleiner Wortschatz, primitive Syntax). - Der erneuerte Faschismus erscheint nicht immer mit kahlgeschorenem Kopf und tätowiertem Körper auf der globalisierten Mega-Leinwand. Und trotzdem hört er nicht auf, Teil einer unheilvollen Rechten zu sein.
Das Erschütternde am gestrigen Ergebnis ist, dass der einzige positive Aspekt die Niederlage der ÖVP ist. Cordoba lässt grüßen.
"Wir hams zwar auch nicht geschafft, aber der Favorit steht noch blöder da."
Der Treppenwitz der Wahl ist ein anderer:
Haider sichert der SPÖ, welche sich so vor Haider (ge)fürchtet (hat), den Wahlsieg.
Und setzt somit die strategischen Überlegungen Kreiskys, neben der ÖVP eine zweite Mitte-Rechts-Partei zu etablieren, in die Tat um.
(1970 Minderheitsregierung durch FPÖ vs. minderheitenfreundliche Wahlrechtsreform, 1983
SPÖ-FPÖ Koalition)
Die Koalition wurde 1986 beendet wurde. Wegen, erraten, Haider.
Dass Haider so nebenbei späte Rache an Drachentöter Schüssel nahm, setzt dem Ganzen die "Krone" auf
Zum Treppenwitz: Haider sicherte nicht der SPÖ den Wahlsieg, sondern es gibt selbst im verzopftesten Lager der VP Leute, die nicht mehr mir W&W wollen.
Und Schüssel ist kein Drachentöter, sondern maximal ein Hagen von Tronje, der seine Nibelungen in den Abgrund geführt hat. Pater Willi wird aus dem Boot gestossen und eine Krimhild wird sich auch noch finden.
Lernen sie Geschichte: Das Wehklagen war groß.
1.: Ich schrieb nicht Drachentöter, sondern "Drachentöter". Feiner Unterschied.
2.: Die ÖVP war nach Beendigung der Koalition sehr wohl DER große Favorit.
3.: Die Wählerstromanalyse zeigt deutlich, dass es sehr starke Wählerverschiebungen von der ÖVP zum BZÖ gab.
Lernen SIE Geschichte!
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.